Graben, pflanzen, gießen und stolz das eigene Gemüse ernten. Für Kinder bietet ein Garten nicht nur Spaß, sondern hilft auch dabei, die Natur kennenzulernen.
Kinder möchten ihre Umgebung entdecken und begreifen. Dazu gehört auch der Garten. Gerade jetzt im Frühling ist die ideale Zeit, um Kindern die Vorgänge in der Natur zu erklären. Sie beobachten, wie grüne Spitzen langsam aus der Erde wachsen und alles sprießt und gedeiht. Da Kinder lieber mittendrin als nur dabei sind, möchten sie natürlich Mama und Papa bei der Gartenarbeit helfen. Man sollte ihnen auf jeden Fall diesen Wunsch erfüllen, denn so können sie ihrem Alter entsprechend Verantwortung übernehmen, Erfahrungen sammeln, und sie lernen spielerisch Wertschätzung für die Natur. Außerdem schmeckt eine selbst angebaute und geerntete Tomate tausendmal besser als die gekaufte aus dem Supermarkt.
Schneller Erfolg motiviert
Die ersten Schritte bei der Gartenarbeit sollte man mit dem Kind gemeinsam machen und erklären, worauf es ankommt. Jetzt im Frühling ist die Zeit der Aussaat. Dabei können auch schon kleinere Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren helfen. Allerdings sollte man bei den ersten Versuchen dem Kind die richtige Anzahl an Samen in die Hand geben, sonst landet vielleicht gleich der ganze Inhalt der Packung in nur einem Loch.
Beim Gärtnern mit Kindern zählt vor allem der schnelle Erfolg. Vergehen nach der Aussaat Wochen, bis sich die erste grüne Spitze zeigt, verliert das Kind wahrscheinlich die Lust daran. Zu empfehlen sind für kleine Gärtner also schnell wachsende Pflanzen wie Kresse. Bereits wenige Tage nach der Aussaat tut sich etwas im Beet, und man kann die zarten grünen Pflanzen bestaunen. Haben Kinder erste Erfahrungen bei der Gartenarbeit gesammelt, kann man ihnen auch Verantwortung für ein eigenes Beet übertragen. Die Pflanzen sollte sich das Kind selber aussuchen dürfen, Eltern übernehmen die beratende Rolle. Das Beet umzugraben, auszusäen, zu gießen und Unkraut zu zupfen, sind Aufgaben des Kindes, denn schließlich ist es „sein Stückchen Land“, und es ist dafür verantwortlich.
Richtiger Umgang mit Gartenwerkzeug
Um das Unfallrisiko so gering wie möglich zu halten, ist es wichtig, Kinder nur mit altersgerechten Gartenwerkzeugen arbeiten zu lassen.Vor Gebrauch müssen richtige Handhabung und Verletzungsgefahr erklärt werden. Kleinere Kinder sollten Gartenwerkzeuge nur unter Aufsicht der Eltern benutzen. In den Fachmärkten werden Gartenwerkzeuge auch in kleineren Größen angeboten, was das Arbeiten für die Kleinen wesentlich erleichtert.
Fehler sind erlaubt
Zum Kennenlernen der Gartenarbeit gehört es auch, Fehler zu machen. Sei es, dass eine Tomatenstaude anstatt des Unkrauts ausgezupft wird oder dass die Pflanzen zu viel oder zu wenig gegossen werden und eingehen – oberlehrerhafte Erwachsene sind fehl am Platz. Am besten erklärt man dem erfolglosen, kleinen Gärtner noch einmal, wie es zu dem Missgeschick kommen konnte, und gibt Tipps, wie man es richtig macht. Beim nächsten Versuch wird es das Kind garantiert besser machen.
Kreative Ideen
Da aber auch die fixesten Pflanzen Zeit brauchen, ist außer Gießen und Unkrautzupfen oft nicht viel zu tun. Diese Zeit kann man nützen, um das Beet kreativ zu verschönern. So können Vogelscheuchen gebastelt und Schilder oder Steine mit den Namen der Pflanzen bemalt werden. Steine eignen sich auch als Umrandung des Beets. Leere Blumentöpfe lassen sich in lustige Männchen verwandeln – der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.
Grüße aus Balkonien
In der Stadt hat natürlich nicht jeder einen Garten, um ein Beet anzulegen. Aber auch Balkone und Fensterbänke kann man dazu nutzen, Gemüse, Beeren oder Kräuter anzubauen. Erdäpfel wachsen zum Beispiel bestens in einem Kübel. Ebenso kann man Tomaten, Radieschen oder Erdbeeren in Töpfen ansetzen. Schließlich zählt nicht die Quantität, sondern die Qualität, und Kinder freuen sich auch über eine kleine Ernte.
In Wien bietet City Farm mit dem Projekt „Junior City Farming“ Kindern die Möglichkeit, ein eigenes Beet anzulegen und zu betreuen. Sowohl Kindergärten mit Kindern ab zweieinhalb Jahren, Schulen und Hortgruppen als auch Privatgruppen mit Kindern ab fünf Jahren sind dort willkommen. In Seminaren unter dem Motto „selber tun“ werden Kinder zum Beobachten angeleitet – teils mit Becherlupen, um ein keimendes Samenkorn ganz genau zu sehen. Ganz wichtig dabei ist auch das Kosten und Beschreiben des Geschmacks – Sauerampfer ist dabei der Liebling der Nachwuchsgärtner. Die Kinder erleben in den Kinderprogrammen das ganze Gartenjahr von der Aussaat bis zur Ernte mit.
Tiere des Gartens kennenlernen
Gärten sind aber auch Heimat vieler Tiere, die es zu entdecken gilt. Bei der Arbeit im Garten werden Kinder Regenwürmer, Käfer, Schnecken, Bienen,Vögel und allerlei anderes Getier kennenlernen. Eltern können das Verständnis der Kinder für die Tiere fördern, indem sie ihren Kleinen erklären, welche Aufgabe jedes einzelne Tier im Garten hat. Wichtig ist auch hier, auf eventuelle Gefahren für das Kind oder das Tier hinzuweisen und einfache Verhaltensregeln für den artgerechten Umgang mit den Tieren aufzustellen. Man kann auch gemeinsam mit dem Kind Bienenhotels, Vogelhäuschen oder Vogeltränken aufstellen und die Tiere beobachten.
Sicherheitstipps
- Unfallvermeidung. Kinder brennen darauf, im Garten oder im Beet zu helfen. Die Aufgaben sollten jedoch den Fähigkeiten des Kindes entsprechen.
- Altersgerecht. Möchten Kinder bei der Gartenarbeit mithelfen, sollten die Aufgaben altersgerecht verteilt werden. Eltern wissen am besten, was ihre Kinder schon können und welche Aufgaben sie problemlos erledigen.
- Aufsicht. Wenn Kinder bei der Gartenarbeit scharfe oder spitze Werkzeuge verwenden, sollte das nur unter Aufsicht eines Erwachsenen geschehen, der auch den richtigen Umgang mit dem Werkzeug erklärt.
- Ordnung halten. Man sollte Kindern von Anfang an beibringen, Schaufel, Rechen & Co. nach dem Gebrauch zu säubern und ordentlich zu verstauen.
