Kinder können Geduld üben. Hilfreiche Tipps für Eltern.
Geduld ist eine Tugend. Doch vor allem Kinder müssen diese erst lernen. Sie können so gut wie in jeder Situation ganz schön ungeduldig sein. Dann braucht es nicht nur verständnisvolle Eltern…
Alle Eltern waren schon einmal an diesem Punkt. Weinen, stampfen, zusammenbrechen: Egal, ob man am Flughafen oder beim Arzt wartet oder darauf wartet, bis die Großmutter zum Abendessen vorbeikommt – es kann für drei- bis vierjährige Kinder qualvoll und langweilig sein und sich endlos anfühlen, zu warten. Während die Kinder jammern, so sind sich Experten einig, sollte man als Elternteil ruhig bleiben und vermitteln, dass man die Situation unter Kontrolle hat. Eltern müssen laut Psychologen auf jeden Fall geduldig sein. Kinder lernen erst, ihre Gefühle zu kontrollieren und gewisse Situationen auszuhalten. Darum kommt es auch noch häufig zu Ausbrüchen. Außerdem haben Kinder ein anderes Zeitgefühl: Drei Tage zu warten, fühlt sich für ein Kind ewig an.
Gutes Vorbild
Das nächste Mal, wenn an der Supermarkt-Kasse eine alte Frau sämtliche Münzen zusammenkramt und wieder ewig braucht, lautet die Devise: ruhig bleiben. Wenn man Geduld hat, obwohl man innerlich zerberstet, sieht das Kind zu und lernt daraus. Tief durchatmen und die Situation direkt ansprechen, hilft ebenfalls. „Das dauert heute aber wieder lange, stimmt’s? Aber wir warten geduldig, denn die alte Dame braucht einfach ein wenig länger und das ist völlig in Ordnung.“ In der Situation kann man mit dem Kind auch gemeinsam besprechen, was als nächstes an der Tagesordnung steht, wohin es nach dem Supermarkt geht.
Sinnvoll beschäftigen
Kinder leben im Moment, was das Warten nur noch härter macht. Sie denken die ganze Zeit an das, was sie jetzt möchten und nicht an Kommendes oder das Endergebnis. Wenn man gemeinsam auf den Bus wartet, ist dem Kind langweilig. Es kann nichts damit anfangen, dass der Bus in fünf Minuten kommt. Aber Kinder sind in diesem Alter auch leicht abzulenken. Darum kann man das Kind beschäftigen – und zwar sinnvoll. Je nach Alter des Kindes kann man ein Spiel wie „Ich seh’, ich seh’, was du nicht siehst“ oder „Ich packe meinen Koffer“ spielen oder man nimmt für solche Situationen ein Buch mit, dass man sich zusammen ansieht.
Kinder sollten aber auch lernen, sich selbst zu beschäftigen. Wartezeiten beim Arzt beispielsweise sind vorhersehbar. Ein Buch, etwas zum Malen oder Schreiben mitnehmen, hilft, dass das Kind lernt, sich mit sich selbst zu beschäftigen und dass man Wartezeiten sinnvoll nutzen kann.
Spielerisch warten
Dem Kind auf spielerische Weise Geduld beizubringen, zeigt ihm, dass Warten gar nicht so übel ist. Familienspielabende können dabei helfen. Immerhin kommt bei einem Spiel jeder einmal zum Zug. Wenn Mama dran ist, muss das Kind lernen, zu warten, bis es wieder würfeln darf. Sätze wie folgender tragen positiv zum Geduld üben bei: „Ich mag es, wenn du geduldig bist, während Papa am Zug ist.“
Wartet man auf etwas, das weiter in der Zukunft liegt, wie ein Geburtstag, der in zwei Wochen ansteht, oder der Ferienbeginn, kann ein Kalender helfen. Jeden Tag bewusst durchzustreichen, den man erlebt hat, vermittelt ein Gefühl für Zeit.

Tipp zum Schluss: Am Ende eines Ereignisses kann man ruhig noch einmal darauf hinweisen, dass sich warten auszahlt. „Es war hart, in der Schlange zu stehen und auf den Ritt am Karussell zu warten. Aber am Ende hat es sich doch gelohnt!“
