Daniel Craig, im Berufsleben besser als James Bond bekannt, tut es. Und mit ihm immer mehr Männer. Sie schnallen sich ihre Kleinkinder in einer Bauchtrage an den Leib.
Für so manchen britischen Kommenator, allen voran der als Lästermaul bekannte TV-Moderator Piers Morgan, ging nach Bekanntwerden des Paparazzi-Fotos, welches Daniel Craig als normalen Familienvater zeigt, der sein wenige Wochen altes Töchterchen in einer Bauchtrage sicher und geborgen durchs Leben trägt, die Welt unter. Unter dem Hashtag #emasculatedbond veröffentlichte er spöttische Tweets getreu dem Motto „Nicht jetzt auch noch Du, 007….“.
Womit der pseudolustige Kommentator allerdings nicht gerechnet hat: Der Schuss ging nach hinten los. Weltweit solidarisieren sich Männer und Frauen mit Craig und finden es cool, dass Papa heute Baby trägt. Für Morgan gab es jede Menge digitaler Prügel und Craig mutierte binnen weniger Tage zur weltweiten Väter-Ikone.
Die Reaktion zeigt, dass längst eine neue Vätergeneration entstanden ist, die mit den alten Rollenbildern und Klischees nichts mehr zu tun haben will. Wolfgang Mazal, Leiter des Österreichischen Instituts für Familienforschung, kommentierte das in der Tageszeitung „KURIER“ unlängst so: „Weite Teile der Gesellschaft sehen das unproblematisch. Aber noch mehr haben ein anderes Bild, wo die Rollen von Vater und Mutter klar getrennt und Grenzüberschreitungen unerwünscht sind.“
Einer der jungen Männer, für die das Baby à la Bond ganz normal ist, ist Bernhard Desch. Der 27-Jährige betreibt den Blog papazuhause.at und ist als begeisterter Vollblutpapa neun Monate in Karenz gegangen und hat sich danach selbstständig gemacht, um sich auch weiterhin um Haushalt und Kind kümmern zu können. Die Bauchtrage ist Teil seines Lebens geworden.
„Ich persönlich finde es schöner, wenn die Kinder die Extraportion Nähe durch das Tragen bekommen“, schreibt er in einem Blogbeitrag dazu. Für ihn ist klar, dass Mütter und Väter durch das Tragen eine viel engere Bindung zum Baby aufbauen, als wenn es einen halben Meter weit weg im Kinderwagen liegt. Was daran unmännlich sein soll, versteht er nicht.Im Gegenteil, so sein Kommentar zur Bond-Debatte: „Natürlich würde sich Bond eine Babytrage umschnallen! Sie wäre kugelsicher und mit sämtlichen Gadgets ausgestattet. Denn nur so hätte 007 die Hände zur Weltrettung frei.“
