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Home » Stiftung Warentest testet Spiele-Apps für Kinder
Medien

Stiftung Warentest testet Spiele-Apps für Kinder

adminVon adminSeptember 29, 20193 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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Laut einer aktuellen Studie von Stiftung Warentest sind die meisten Handyspiele für Kinder nicht geeignet. Dabei sind nicht die Spiele an sich das Problem, sondern die Vermarktungsapplikationen, die aus ihnen erst ein Geschäft machen.

Die Tester der deutschen Stiftung Warentest urteilten hart: Keines der insgesamt 14 Spiele – darunter beliebte Games wie Minecraft, Angry Birds oder Candy Crush – ist für Kinder empfehlenswert. Getestet wurden die Spiele-Apps auf der Sicht eines 10-jährigen Kindes. Der Grund für die negative Bewertung liegt dabei nicht in den Spielen selbst, sondern in den dahinter liegenden Vermarktungskonzepten: In-App-Käufe, rassistische Nicknames anderer Spieler, schlechte Umsetzung der Datenschutzbestimmungen oder unpassende Werbung waren für Stiftung Warentest ausschlaggebend, für keines der getesteten Games eine Empfehlung auszusprechen.

Viele Spielehersteller kritisieren dieses Urteil zurecht, denn inhaltlich ist an den Spielen meist nichts auszusetzen und sie passen auch zur Altersgruppe. Dass Gratis-Apps meist Kauffallen sind, die Konsumenten dazu verlocken sollen, für Extras Geld locker zu machen, ist auch nichts Neues. Doch das, so Stiftung Warentest, wüssten eben vorwiegend Erwachsene. Kindern fehlt hier meistens die notwendige Medienkompetenz, um mit den Verlockungen von In-App-Käufen vernünftig umzugehen und Schleichwerbung in den Spielen als solche zu erkennen. Ebenso stehen Kinder meist eher hilflos vor pornografischen Inhalten oder vor Nutzern, die in der Community eines Spieles rechtes Gedankengut verbreiten.

Das Ergebis der Studie der Stiftung Warentest zeigt jedenfalls ganz klar, wie wichtig es ist, dass Eltern ihre Kinder über ihre Smartphonenutzung aufklären. Medienkompetenz ist das Wichtigste, wenn es um den Schutz der Kinder vor für sie ungeeigneten Inhalten im Web geht. Denn unangemessene Inhalte und Werbebotschaften drohen nicht nur bei App-Spielen.

  • Aufklären: Eltern müssen mit ihren Kindern über die möglichen Gefahren im Internet sprechen. Kinder müssen von ihren wichtigsten Bezugspersonen das Wichtigste über Kaufgefahren, unseriöse Werbung und die Wichtigkeit des Schutzes der persönlichen Daten lernen. Auch der richtige Umgang mit Postings und Beleidigungen in der Community muss kindgerecht erklärt werden. Wichtig ist, dass Eltern dabei ihren Kindern immer als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, damit sie ohne Scham zu ihnen kommen wenn ihnen einmal etwas komisch bei der Nutzung digitaler Endgeräte vorkommt.
  • In-App-Käufe sperren: Viele Handygames sind voller Kostenfallen. Oft ist es nur möglich, nach einem In-App-Kauf überhaupt das nächste Spiellevel zu erreichen. So können Gamer bei „Angy Birds 2“ schon mal 110,- Euro für den Kauf von Edelsteinen loswerden, mit deren Hilfe sie weiterspielen können. In vielen anderen Apps locken oft teure Verkleidungen, zusätzliche Waffen oder wichtige Rohstoffe. All das weckt bei Kindern rasch Begehrlichkeiten und das Taschengeld ist schnell verzockt. Damit das nicht passiert, gibt es etwa im Google Play Store für Eltern die Möglichkeit, für In-App-Käufe ein Passwort zu vergeben, dass die Kinder nicht kennen. Apple I-Phone-Nutzer können In-App-Käufe sogar in den Einstellungen unter der Funktion „Bildschirmzeit“ deaktivieren.
  • Offline spielen: Wer seinem Kind nur die Nutzung von offline-Spielen ermöglicht, umgeht die In-App-Kaufgefahr von Anfang an.
  • Passwortschutz für App-Store: Eltern haben die Möglichkeit, die App-Stores ihres Betriebssystems per Passwort zu sperren. So können Kinder auch in ihrer Abwesenheit keine In-App-Käufe tätigen.
  • Kindersicherung: Alle Betriebssysteme bieten Kindersicherungen an, mit deren Hilfe sich die Spieldauer und klare Regeln für die Nutzung der Games festlegen lassen. Diese sollten Eltern daher unbedingt immer aktivieren, bevor ihre Kinder mit dem Handy spielen.

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