„Sauerhonig“ lautet die wörtliche Übersetzung dieses uralten Wortes für ein ebenso altes Heilmittel aus Honig und Essig. Oxymel ist nicht nur heilkräftig und alkoholfrei mit durchwegs wünschenswerten Nebenwirkungen, es kann auch leicht und günstig selbst gemacht werden. Und das Beste: Es schmeckt.
Essig und Honig werden jedes für sich seit Jahrtausenden zu Heilzwecken genutzt. Erstaunlicherweise kommt durch die Zusammenführung der Einzelkomponenten zu einem sauren Sirup ein viel größeres Wirkungsspektrum zustande als nur durch die Summe seiner Teile. Die Verwendung von Oxymel reicht so weit zurück, gut möglich, dass schon der alte Miraculix ihn im Repertoire hatte.
Legendärer Gesundheitstrunk
Oxymel soll mit seinen weit mehr als 200 Inhaltsstoffen mindestens 100 Krankheiten heilen können. Allein im mittelalterlichen Persien kamen über 1.200 Oxymel-Arten zum Einsatz. Bereits vor 2.500 Jahren wurden in der akademischen Medizin des heutigen Nahen Ostens, im Ayurveda und in der traditionellen chinesischen Medizin Sauerhonige eingesetzt. Soweit die erstaunlichen Zahlen.
Honig ist nicht ersetzbar!
Honig besteht zu 80 Prozent aus Zucker. Doch Zucker ist nicht gleich Zucker. Vor allem im Waldhonig sind viele Mehrfachzucker enthalten und die sind Balsam für unsere braven Darmbakterien. Auch die sanften, organischen Säuren des Honigs tun ihnen gut, zudem wirken sie entzündungs- und oxidationshemmend. Oxymel ohne Honig ist kein Oxymel. Ersetzen Sie den Honig in den Rezepten durch nichts anderes! Süßmittel wie Agavendicksaft sind weder in ihrer Wirkung noch punkto Klimaschutz und Regionalität mit Honig vergleichbar. Und: Gönnen Sie sich echten Imkerhonig!
Oxymel abkochen?
Von den über 200 Inhaltsstoffe des Honigs macht den allermeisten die Hitze nichts aus. Mit dem Essig verhält es sich ähnlich. Im alten Orient wurden alle Oxymele lange und gründlich gekocht. Nach damaliger Auffassung veredelt das Kochen den Trunk und bringt seine Wirkung erst richtig zur Entfaltung, auch wenn das aus heutiger Sicht (noch?) schwer nachvollziehbar ist.
Für Babys – die im ersten Lebensjahr ohnehin keinen rohen Honig bekommen dürfen –, aber auch für Alte und Schwache muss Oxymel mindestens zehn Minuten lang gekocht werden. In manchen Fällen wird das Oxymel durch das Abkochen überhaupt erst verträglich, vor allem für Menschen mit entzündlichen Darmerkrankungen.
Ihr angenehmer, süßsaurer Geschmack, die ausgezeichnete Verträglichkeit und ihre sichere Anwendung macht die Urmedizin aus Honig und Essig zu einem der beliebtesten Heilmittel der Geschichte.
Gabriela Nedoma
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