Warum Gesundheitsförderung und Prävention auch jetzt eine wichtige Rolle spielen. Und wie das ein Projekt in Kärnten umsetzt.
Die Gesundheit und das Wohlbefinden der eigenen Kinder hat für Eltern oberste Priorität. Wir wollen nur das Beste für unseren Nachwuchs und versuchen, die Kleinen so gut es geht zu unterstützen, um sie gesund aufwachsen zu sehen. Das gelingt mit viel Liebe, Zuneigung und Zeit, aber auch damit, so früh wie möglich mit der Gesundheitsförderung anzusetzen, also präventiv zu handeln, bevor gesundheitliche Probleme entstehen.
Gerade jetzt in der Corona-Zeit, in den Phasen des Lockdowns und Homeschoolings kann die Stimmung zu Hause getrübt sein. Viele Eltern machen sich Sorgen um die Zukunft, haben Ängste (z.B. Jobverlust, finanzielle Schwierigkeiten etc.), man ist nur Zuhause, oft in kleineren Wohnungen, der Stresspegel in der Familie steigt. In dieser Zeit auf die geistige und körperliche Gesundheit zu achten ist schwierig, aber dennoch wichtig! Einen Fokus auf diese Aspekte zu legen muss nicht unbedingteine zusätzliche Aufgabe darstellen und ist, präventiv gedacht, die beste Investition. Dadurch steigt gesamt gesehen das Wohlbefinden und entlastet alle Familienmitglieder.
Viele Eltern wissen von der Wichtigkeit einer guten Gesundheit für das gesamte Leben und versuchen ihre Kinder durch Bewegung, ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung zu unterstützen. Doch jede Mama und jeder Papa weiß: Das ist leichter gesagt als getan, denn die Kiddis wollen oft nicht so wie wir wollen. Der tägliche Spaziergang ist den Kleinen zu langweilig, weil im Fernsehen gerade die Lieblingsserie läuft, der Brokkoli am Teller wird naserümpfend zur Seite geschoben und abends früh ins Bett zu gehen wird auch nur nach Protest gemacht, obwohl die Müdigkeit schon groß ist.
Der Einfluss der Gleichaltrigengruppe – „peer groups“
In Einrichtungen wie dem Kindergarten, Hort oder der Schule gibt es diese Schwierigkeiten meist weniger. Da macht die Bewegung im Freien Spaß, der Fernseher fehlt nicht und auch das Gemüse am Teller beim gemeinsamen Mittagessen schmeckt hier besonders gut. Doch was ist anders? Es sind die Freunde und die Gruppendynamik, die einen großen Einfluss bereits auf die Jüngsten ausüben.
Der Einfluss der Gleichaltrigen und der Austausch in der Gruppe spielen bereits bei jungen Kindern eine wichtige Rolle. In der Volksschule und später im Jugendalter nimmt dieser noch weiter zu. Der Umgang mit digitalen Medien, Nikotin und Drogen oder Ernährungs- und Bewegungsverhalten sind Themen, bei denen sich besonders Jugendliche lieber an sozial gleichgestellten Gleichaltrigen – den „Peers“ – orientieren, als auf den Ratschlag der Eltern zu hören.
In der Gleichaltrigengruppe erleben Kinder und Jugendliche Orientierung. Sie werden ernst genommen und ihre Meinung hat Bedeutung. Kinder und Jugendliche wollen als Personen mit Mitspracherecht gesehen werden. Wenn sie mitentscheiden dürfen und Ideen einbringen können, dann werden sie diese eher annehmen, mittragen und seltener verwerfen, als wenn diese nur von Erwachsenen vorgegeben werden.
Machen Sie sich dieses Prinzip auch zu Hause zu Nutze
Damit Prävention und Gesundheitsförderung auch zu Hause wirkt, sollten Kinder und Jugendliche in Entscheidungen eingebunden werden. Hier auf gemeinsame Kommunikation zu setzen und sich einen Plan zu machen, bei dem sich Kinder und Jugendlichen aktiv miteinbringen können, kann sehr hilfreich sein. So bekommen schon die Jüngsten das Gefühl, ernst genommen zu werden und ihre Meinung einzubringen.
Beispielsweise könnte man sich folgende Gedanken machen: Gibt es ein Gericht, bei der die Kinder aktiv bei der Zubereitung miteinbezogen werden können? Gibt es ein Essen, das im Kindergarten oder in der Schule besonders gut schmeckt und das man zu Hause nachkochen möchte? Bei der Bewegung und den Aktivitäten ist die Mitsprache genauso gefragt. Gibt es einen Waldweg/einen Teich in der Nähe, der noch nicht erkundet wurde? Gibt es eine Sportart, die besonders gerne ausprobiert werden möchte? Recherchieren Sie gemeinsam mit ihren Kindern im Internet. Lassen Sie auch einmal ihre Kinder entscheiden, Sie werden sehen, dass die Freude und Motivation steigen wird!
Das Miteinander planen und das stressfreie Verbringen der gemeinsamen Zeit ist für die psychische Gesundheit ein wichtiger Faktor und stärkt ebenso das Wohlbefinden. Zudem kann so Gesundheitsförderung aktiv umgesetzt und für die spätere Lebensgestaltung nachhaltig verankert werden.

Kinder und Jugendliche sind Experten in eigener Sache
Hier setzt auch das Projekt „Lebe cool“ der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee und der schulischen Tagesbetreuung des Hilfswerk Kärnten an.
Was ist die Plattform Prävention?
Die Plattform Prävention der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee hat es sich zum Ziel gesetzt, die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu erhalten, zu fördern und zu unterstützen. Um dieses Ziel zu erreichen werden verschiedene Angebote und Workshops in Schulen, Freizeiteinrichtungen oder Jugendzentren bereitgestellt. Es ist besonders wichtig, Kinder und Jugendliche in die Ausgestaltung der Themen mit einzubeziehen. So gelingt es am besten sie zum Mitmachen zu motivieren und Gesundheit nachhaltig im Leben zu verankern.
Wie werden Kinder und Jugendliche einbezogen?
Um Kindern und Jugendlichen Informationen zu Themen wie Ernährung, Mobbing, Sucht oder Bewegung auch außerhalb von Einrichtungen und Institutionen zu ermöglichen, wurde das Projekt „Lebe cool“ ins Leben gerufen. Die Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee bietet gemeinsam mit der schulischen Tagesbetreuung des Hilfswerk Kärnten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, unterschiedlichste Themen der Prävention selbst zu erarbeiten und die für sie wichtigsten Informationen in einer eigenen Kolumne, die den Namen „Lebe cool“ trägt, regelmäßig in der Stadtzeitung Klagenfurt zu veröffentlichen. So können Kinder und Jugendliche sich aktiv beteiligen und ihr Wissen auch anderen zugänglich machen. Und es macht auch sicher stolz, in der Zeitung seinen eigenen Artikel lesen zu können.
Wie entstehen die Kolumnen?
Durch eigene Recherche zu den Themen und mithilfe von Workshops setzen sich Kinder und Jugendliche intensiv mit den Themen auseinander. Danach fassen sie die wichtigsten Punkte in einer Kolumne zusammen. Kinder und Jugendliche haben so die Möglichkeit als Expertinnen und Experten für ihre Lebenslage und Lebenswelt verstanden und wahrgenommen zu werden und deren Erfahrungen und Kompetenzen aktiv einzubringen.
Wie kann das Projekt nachhaltig wirken?
Um einen nachhaltigen Effekt zu erzielen, werden in einem weiteren Schritt auch Plakate zu den jeweiligen Themen von den Schülerinnen und Schülern inhaltlich gestaltet, die Schulen und pädagogischen Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden, um dadurch die wichtigsten Informationen und Beratungseinrichtungen griffbereit zu haben.
Weitere Informationen dazu auf www.klagenfurt.at

Kinder und Jugendliche als Expertinnen und Experten in eigener Sache
Gesunde Ernährung macht stark
Um nachhaltig gesund zu bleiben ist auch eine gesunde und ausgewogene Ernährung wichtig. Sie stärkt unser Immunsystem, schützt uns vor vielen körperlichen Problemen wie Übergewicht oder Herz-Kreislauf-Krankheiten und wirkt sich auch positiv auf unsere Stimmung aus. Achten Sie daher bereits bei kleinen Kindern auf eine ausgewogene Kost und genügend Flüssigkeit. Am besten sind hier Wasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Fruchtsäfte. Die Kinder haben für Sie einen schnellen, einfachen Tipp vorbereitet, den sie gerne mit ihren Kindern ausprobieren können:
Gesunde Jause
Wir, die Ganztagsschule VS1 am Kreuzbergl, haben das Thema „Gesunde Jause“ erarbeitet. Die „Gesunde Jause“ ist für uns Kinder sehr wichtig, damit wir gut lernen und uns konzentrieren können in der Schule. Wir brauchen viele Vitamine, damit wir gesund und fit bleiben. Viel Obst und Gemüse und gute Kohlenhydrate unterstützen unseren Körper und unser Immunsystem. Die Ernährungspyramide zeigt uns genau, was wir wieviel essen sollen. Die „Gesunde Jause“ schmeckt lecker und hilft uns mit Spaß und Freude den Tag in der Schule zu erleben.
Unser Tipp:
Topfenaufstrich mit Salz und Pfeffer auf einem Knäckebrot schmeckt super lecker. Dazu gibt es noch Karottensticks und Apfelspalten zum Knabbern. Leckere und schnelle Kekse macht man aus zerdrückten Bananen und Haferflocken. Das ganze backt man im Backofen – fertig sind die gesunden Kekse für die Jausenbox. Das alles gibt uns viel Energie für unseren Schulalltag.
Bewegung macht Spaß
Es wurde schon mehrfach nachgewiesen, dass Sport und Bewegung unsere Gesundheit, Kreativität und soziale Kompetenz fördern. Deswegen ist es wichtig, dass Kinder die Möglichkeit erhalten, regelmäßig Sport auszuüben. Da sich die Umwelt und der Alltag vieler Kinder in den letzten Jahren stark verändert haben, findet Bewegung immer weniger statt. Viele Kinder leben in einer Wohnung in der Stadt und haben keinen Garten oder Spielplatz im Freien zur Verfügung. Umso wichtiger ist es daher, dass in der Schule für Ausgleich gesorgt wird. Wir Kinder von der Ganztagsschule 2 in Waidmannsdorf sind begeistert von der Vielfalt der sportlichen Aktivitäten, die in unserer Schule ausprobiert und ausgeübt werden können. Fußball, Leichtathletik, Floorball und Handball, sowie ein Training im schuleigenen Fitnessraum, stehen bei uns auf dem Programm. Bei schönem Wetter nutzen wir unseren riesigen Sportbereich im Schulgarten, wo den Kindern ein Fußballplatz, ein eigener Niederseilklettergarten und eine Leichtathletikanlage mit einer Sprunggrube geboten werden. Unser Fitnessparcours findet bei allen Schülerinnen und Schülern großen Zuspruch.
So bleiben wir fit und gesund und noch dazu wird bei Mannschaftssport das Gefühl für ein gutes soziales Miteinander gefördert. Schlussendlich soll bereits im Kindesalter Spaß und Freude an der Bewegung geweckt werden, damit sie bis ins Erwachsenenalter erhalten bleibt.
Tipp: Versuche heute ein bisschen Bewegung in deinen Tag einzubauen. Gemeinsam mit der Familie oder Freunden macht es noch mehr Spaß! MS 2 Waidmannsdorf

„Alles cool, bloß kein Stress”
Viele Kinder tun sich schwer in der Schule. Oft ist der Lernstoff zu schwierig oder wird zu schnell durchgemacht, dadurch haben sie Angst vor schlechten Noten. Durch schlechte Noten oder wenn sie den Stoff nicht schnell genug verstehen, haben sie das Gefühl versagt zu haben. Für viele Kinder ist es auch stressig, weil sie Angst vor der Reaktion der Eltern haben. Etwas nicht zu schaffen, ist aber kein Weltuntergang. Viele haben Angst, dass sie als dumm gelten. Es ist sehr wichtig, dass Kinder in dieser Zeit viel Unterstützung von der Familie bekommen. Die häufigsten Stressursachen bei Kindern sind: Leistungsdruck in der Schule, zu wenig Zeit, Druck von Zuhause, Frust, zu viele äußere Reize (Fernseher, Computer, Handy) und falsche Ernährung. Für viele Kinder ist auch Freizeitstress eine hohe Belastung, weil sie von einem Kurs zum anderen müssen. Kinder sollten auch Zeit haben, um mit Freunden zu spielen, weil man auch von anderen Kindern lernen kann. Für Kinder ist es sehr wichtig draußen zu spielen, da sie auch einmal an die frische Luft müssen. Und auch einmal nichts zu tun, kann für Kinder ganz gut sein.
Tipp: Haltet eure Hände vor euer Gesicht und atmet tief ein, bis der Bauch ganz hineingezogen ist, haltet kurz die Luft an und atmet wieder aus und denkt an eine schöne Erinnerung. Atmet 5-mal tief ein und aus und zieht dann eine lustige Grimasse hinter den Händen. Diese Übung lockert euer Gesicht und euren Körper! Stress entgegenzuwirken ist für die psychische und die physische Gesundheit besonders bedeutend.
