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Home » Ist mein Kind reif für ein Smartphone?
Mein erstes Handy

Ist mein Kind reif für ein Smartphone?

adminVon adminDezember 17, 20184 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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Tippen, Wischen, Surfen: Immer früher wollen Kinder und Jugendliche die vielen Möglichkeiten von Smartphones und Tablets nutzen. SCHAU HIN! rät Eltern, vor der Anschaffung genau zu überlegen, ob das Kind schon bereit für ein eigenes Gerät ist. Welche Kriterien sie bei dieser Entscheidung berücksichtigen können, verrät dieser Artikel.

Ab welchem Alter Kinder und Jugendliche bereit für den Umgang mit dem Smartphone sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die individuell mit der Medienkompetenz des Kindes zusammenhängen. Bis drei Jahren sollten besonders reale Erfahrungen im Fokus stehen. Medienerlebnisse können diese ergänzen, wenn sie altersgerecht, begleitet und überschaubar sind. Je älter Kinder werden, desto wichtiger ist es, sie unter möglichst sicheren Bedingungen eigenständig Erfahrungen machen zu lassen. Vor dem Kauf eines eigenen Geräts ist es also sinnvoll, gemeinsam am gesicherten Smartphone & Tablet der Eltern zu spielen, surfen oder schauen, um Kindern Sicherheit im Umgang zu vermitteln.

Ein eigenes Smartphone eignet sich für Kinder ungefähr im Alter zwischen elf und zwölf Jahren, wenn sie schon genug Erfahrung und Reife besitzen, mit den vielen Funktionen verantwortungsvoll umzugehen.

Für ein eigenes Smartphone sollten Kinder bereits erfahren im Umgang mit dem Internet sein und einen sicheren Umgang mit Computer und/oder Tablet vorweisen. So haben sie bereits gelernt, geeignete Internetseiten von nicht altersgerechten oder wenig vertrauenswürdigen zu unterscheiden. Für den Einstieg bieten sich Kindersuchmaschinen an, die nur gefilterte Ergebnisse anzeigen.

Surferfahrung bedeutet auch zu wissen, welche Inhalte im Internet geteilt werden dürfen und welche nicht. Musik und Bilder, die nicht selbst erstellt wurden, sind meist urheberrechtlich geschützt. Wenn private Fotos ungefragt weiterverbreitet werden, verletzt das zusätzlich die Privatsphäre der Betroffenen.

Ein Smartphone vereint verschiedene Funktionen: Man kann telefonieren, ins Internet gehen, spielen, Fotos machen und vieles mehr. Kinder müssen die Komplexität der mobilen Geräte überschauen können. Dazu zählt, die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten einzuschätzen, wie etwa den Überblick über die Sicherheitseinstellungen, WLAN, Bluetooth und GPS-Funktionen und der kritische Umgang mit Apps (Erkennen von Werbung und Risiken von In-App-Käufen, Grundverständnis für Datenschutz).

Besonders zu Beginn ist es wichtig, dass Eltern die Sicherheitseinstellungen des Geräts im Blick haben. Kinder sollten jedoch von Anfang an einbezogen und eingeweiht werden. So sind sie zum einen informiert, wenn Eltern gewisse Anwendungen oder Seiten sperren, und lernen gleichzeitig, welche Einstellungen sinnvoll und wichtig sind. Am besten wird Sicherheit schon thematisiert, wenn Kinder das Smartphone der Eltern zum Spielen oder Surfen nutzen.

Kinder müssen zusätzlich zu den technischen Anforderungen auch sichere Strategien kennen, wie sie sich vor Risiken schützen und mit Gefahren umgehen können. Innerhalb verschiedener Apps bedeutet das zu wissen, wie man andere Nutzer blockiert, ignoriert oder meldet. Kinder und Jugendliche sollten sich sicher fühlen, Eltern oder (erwachsenen) Vertrauenspersonen digitale Erlebnisse mitzuteilen und sich im Ernstfall immer auch an sie wenden zu können.

Smartphones sind nicht günstig – sowohl in der Anschaffung als auch im Betrieb verursachen sie Kosten. Es empfiehlt sich, Kinder auch in diesem Bereich miteinzubeziehen. Sie können einen Beitrag zu den Anschaffungskosten leisten oder einen Teil der monatlichen Kosten mittragen. So bekommen sie ein Gefühl für den Wert des Geräts und die finanziellen Konsequenzen, die SMS, Sonderrufnummern oder In-App-Käufe haben können.

Um unnötig hohe Rechnungen zu vermeiden, müssen Kinder verstecke Kostenfallen kennen. Dass in Apps oft für echtes Geld Erweiterungen oder virtuelle Währung gekauft werden können, ist für Kinder nicht immer gleich ersichtlich. Netzanbieter bieten meist an, Sonderrufnummern oder Anrufe ins Ausland zu sperren.

Die Zeit am Smartphone braucht sinnvolle Grenzen. Diese einzuhalten fällt jedoch nicht immer leicht – das kennen viele Erwachsene von ihrem eigenen Nutzungsverhalten. Besonders Kindern kann es zu Beginn schwer fallen abzuschätzen, wie viel Zeit beim Spielen oder Chatten verstreicht. Außerdem merken sie vielleicht selbst nicht, dass ihnen eine zu intensive Smartphonenutzung nicht gut tut. Sind sie unruhig, gereizter als sonst, oder schlafen schlecht, führen sie das nicht auf die längere Medienzeit zurück.

Um Kinder bei dieser Wahrnehmung zu unterstützen und vor eventuellen negativen Auswirkungen zu schützen, sollten von Anfang an feste Medienzeiten vereinbart werden. Bei jüngeren Kindern können Jugendschutz-Apps auf dem Smartphone oder Tablet der Eltern helfen, ein Gefühl für die Nutzungszeit zu bekommen. Einige Apps ermöglichen es, bestimmt Anwendungen oder das ganze Smartphone nach einer festgelegten Zeit. Auf Dauer lohnen sich jedoch direkte Absprachen, in denen Medienregeln zwischen Eltern und Kind ausgehandelt und fest vereinbart werden. So lernen Kinder, ihre Medienzeit selbst einzuteilen, zu kontrollieren und sich an Vereinbarungen zu halten. Um den Regeln mehr Nachdruck zu verleihen, können sie in einem Mediennutzungsvertrag ganz verbindlich festgehalten werden.

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