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Home » Interview: „Wir helfen suizidgefährdeten Jugendlichen, deren Angehörigen, Freunden und Lehrern“
Gesund bleiben

Interview: „Wir helfen suizidgefährdeten Jugendlichen, deren Angehörigen, Freunden und Lehrern“

Mag. Xenia HobacherVon Mag. Xenia HobacherApril 29, 2018Aktualisiert:März 7, 20263 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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familiii im Interview mit Sozialpädagogin Mag. Xenia Hobacher von „WEIL“ aus Graz, wie Lehrer und Mitschüler Warnsignale bei Depressionen wahrnehmen können, wie dann am besten darauf reagiert wird und welche Unterstützung Eltern von Anfang an ihren Kindern auf den Weg mitgeben können.

Wie kann „WEIL“ unterstützen?
Wir helfen auf zwei Schienen. Betroffene können sich online an uns wenden und wir schreiben binnen zwei Tagen zurück. Außerdem gehen wir in Schulen und sprechen dort über Krisenbewältigung und Suizid. Oft werden wir im Anschluss von Schülern angesprochen, denen aufgefallen ist, dass es einem anderen nicht gut geht.

Was sind Warnsignale, die Lehrer und Mitschüler beachten sollten?
Es ist auffällig, wenn sich jemand plötzlich zurückzieht, keinen Sport mehr betreibt, nicht lernt, keine Hausaufgaben macht oder einen allgemeinen Leistungsabfall zeigt. Auch Aussprüche wie „Ich will nicht mehr“ müssen ernst genommen werden.

Was können andere Schüler oder Lehrkräfte dann tun?
Zum Beispiel eine solche Frage stellen: „Es fällt mir auf, dass es dir offenbar in letzter Zeit nicht gut geht. Was ist denn los?“ Ganz wichtig ist, dass diese Frage nicht wie ein Vorwurf klingt. Auch Beratungslehrer, Vertrauenslehrer oder der schulpsychologische Dienst können miteinbezogen werden.“

Wie kann man reagieren, wenn das Kind oder der Jugendliche auf diese Frage mit „Es ist eh alles in Ordnung“ antwortet, aber deutlich spürbar ist, dass das nicht stimmt?
Es ist sehr wichtig, trotzdem an der Sache dranzubleiben und es zu einem anderen Zeitpunkt noch einmal zu versuchen. In dringenden Fällen sollten die Eltern informiert werden.

Kann die Schule dazu beitragen, dass Depressionen nicht so leicht entstehen oder besser bewältigt werden können?
Für Lehrer gibt es spezielle Programme, die sie anfordern können (z. B. „Lebenslust mit Lars und Lisa“, „Gesundheit und Optimismus“). Dabei geht es darum, dass die Kinder lernen, eigene Stärken zu erkennen und Konfliktsituationen zu üben. Entweder führt ein Trainer das Programm durch oder der Lehrer selbst. Interessierte Lehrkräfte können sich bei uns informieren.

Gibt es Unterstützung für Eltern, die ihrem Kind von Anfang an Selbstvertrauen mitgeben möchten?
SAFE – ein Programm zur Förderung einer sicheren Bindung zwischen Eltern und Kind – wurde als „Ausbildung“ schon für werdende Eltern entwickelt. Diese sichere Bindung ist der beste Start ins Leben und extrem bedeutsam für die gesunde Entwicklung der Persönlichkeit. Damit diese Bindung entsteht, ist es wichtig, dass sich das Kind geborgen fühlt und in seinen Gefühlen ernst genommen wird. Auch Grenzen, die schon ein Baby setzt, indem es zum Beispiel beim Füttern den Kopf wegdreht, müssen respektiert werden. Wenn dem Kind vermittelt wird, „es ist in Ordnung, wie du bist“, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es später an Ängsten und Depressionen erkrankt, geringer.

Wie kann Eltern, Angehörigen und Freunden geholfen werden, deren Kind Suizid begangen hat?
Da unsere Arbeit in der Prävention besteht, verweisen wir hier an Psychologen und Therapeuten in Beratungszentren oder Praxen. Es gibt in mehreren Bundesländern auch Selbsthilfegruppen nach Suizid eines Kindes, bei denen man sich mit anderen austauschen und Unterstützung finden kann.

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Mag. Xenia Hobacher

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