Beratungs-Hotline für Kinder und Jugendliche in Not der Salzburger Telefonseelsorge registrierte allein seit Jahresbeginn rund 1.500 Telefonanrufe und 8.000 Chatanfragen.
Seit 20 Jahren unterstützen die Mitarbeiter der „kids-line“ der Telefonseelsorge der Erzdiözese Salzburg Kinder und Jugendliche in Not. Absolutes Hauptthema sei zur Zeit Gewalt, die Kinder und Jugendliche innerhalb der Familie erleben, berichtete „kids-line“-Koordinatorin Katja Schweitzer am Donnerstag bei einem Pressegespräch in Salzburg. „Aber auch Gefühle des Alleinseins sowie psychische Probleme werden in den Beratungsgesprächen thematisiert.“ Im Jahr 2019 hat die Beratungs-Hotline bisher rund 1.500 Telefonanrufe und 8.000 Chatanfragen registriert.
Die kids-line Salzburg ist jeden Tag von 13 bis 21 Uhr per Telefon (0800 234 123) und Chat ( www.kids-line.at ) erreichbar. Die Hotline will bei der Beratung von Kindern und Jugendlichen vor allem „einen Raum des Vertrauens aufbauen. Das ermöglicht ihnen eine sichere und positive Beziehungserfahrung“, erläuterte Schweitzer. Durch diesen bindungs- und ressourcenorientierten Beratungsansatz sei man den Kindern und Jugendlichen ein authentisches Gegenüber und entdecke und erweitere gemeinsam deren Stärken und Problemlösungskompetenz.
Rund 20 ehrenamtliche Berater sind aktuell in der Telefon- und Chatberatung der „kids-line“ Salzburg tätig. Eine der Ehrenamtlichen ist Margit Fingerlos, diplomierte Lebens- und Sozialberaterin. Ihre Motivation erklärte sie so: „Besonders spannend finde ich, den Kindern Zeit und Raum für ihre Gefühle und Gedanken zu geben und ihnen in der Zeit, in der sie da sind, Sicherheit zu bieten. Berührend finde ich Themen wie emotionale Vernachlässigung, die bis zur emotionalen Verwahrlosung reicht, die Reichweite der Ängste der Kinder und vor allem wie jung manche Kinder mit schwerwiegenden Problemen sind.“ Um eine höhere gesellschaftliche Akzeptanz für emotionale Themen zu erreichen aber auch um die Bekanntheit der Hotline in der breiten Öffentlichkeit zu erhöhen, werden ab Oktober neue Werbefilme breit gestreut, kündigte Schweitzer an. Die eigens für die „kids-line“ produzierten Filme werden von November bis Jänner in großen Salzburger Kinos ausgestrahlt sowie über Social Media geteilt. Die wichtigsten Themen aus dem Beratungsalltag – Wut, Angst, Liebe und Sexualität, Alleinsein sowie Stress – bilden die inhaltliche Basis der Kurzfilme. Der Impuls für die „kids-line“ kam vor mehr als 20 Jahren vom Land Salzburg. Den Namen „kids-line“ haben Schüler in einer Umfrage gewählt. Die Erzdiözese Salzburg stellt Räume und Infrastruktur für die Hotline zur Verfügung. Vor rund zwei Jahren ist auch die Stadt Salzburg als Unterstützerin eingestiegen und hat damit die Chat-Beratung möglich gemacht.
