Ein Seifenkistl für kleine und auch größere Kinder, gebaut aus Teilen, wie man sie in jedem Baumarkt bekommt: ein Auftrag für Hobbybastler mit Profi-Ambitionen.
Fast eine Woche lang hat Stefan Reschenauer diesmal getüftelt, gezeichnet und einiges an speziellem Material besorgen müssen. Etwas Wissen um die passenden Bohrer, die richtigen Schrauben, den Einsatz von Beilagscheiben oder Sicherungsmuttern und vielem mehr war auch nötig. Herausgekommen ist ein Luxus-Seifenkistl, für das selbst geübte Hobbybastler etwas mehr Zeit und Know-how investieren müssen.
„Ich habe mir viele Gedanken gemacht, damit das Seifenkistl selbst in der Vollversion mit richtiger Lenkung einfach nachbaubar ist“, sagt Stefan. Das Ergebnis entschädigt für die Mühe (allein der Zusammenbau für die Fotosesssion der von Stefan in den Tagen zuvor vorgefertigten und vorgebohrten Teile dauerte einen halben Tag): Stefan sowie hello-familiii-Fotograf und -Redakteur bringen jeweils mehr auf die Waage als ein Kind oder ein Jugendlicher, doch der Renner hielt den Belastungen locker stand. Die Lenkung funktioniert exakt, die Bremsen versagen auch bei „leichter“ Überbeladung nicht ihren Dienst, man sitzt bequem. Die Nachbarn von Bastelpapa Stefan staunten dann nicht schlecht, als er diesmal aus seiner Werkstatt einen ganzen Rennwagen hervorholte, und als dieser bei den Probefahrten in den abschüssigen und kaum befahrenen Gässchen der Umgebung einen ordentlichen Speed erreichte.
Rahmen und Bremspedal
Für den Rahmen des Seifenkistl verwendet man meist Kantholz mit den Maßen 7,4 mal 4,4 cm. Insgesamt rund 4 Meter davon braucht man (inklusive Fehlversuche und Verschnitt).
1. Als erstes den Rahmen des Seifenkistls fertigen: Die beiden 140 cm langen Hauptstränge aus 7,4-mal-4,4-cm-Kantholz mit den beiden je 15 cm langen Verbindungsstücken, an denen später die Achsen montiert werden.2. Ringmuttern vorbereiten.3. Die Ringmuttern an der Außenseite der beiden Hauptstränge anschrauben, und zwar einige Zentimeter von dem Punkt entfernt, wo später die Lenkung montiert wird (siehe Bild 42). Durch die Ringe werden dann die Drähte geführt, welche die Lenkachse mit dem Lenkrad verbinden.4. Das hintere Verbindungsstück soll mit den Enden der beiden Hauptstränge abschließen.5. Von jeder Seite 2 Schrauben einführen, aber aufpassen, dass die 80 mm langen Schrauben einander nicht im Verbindungsstück treffen, daher auf der anderen Seite um 5 mm versetzt anschrauben.6. Das vordere Verbindungsstück (hier wurde zuvor schon mit dem Forstnerbohrer am Bohrständer das Loch gebohrt, wo später die Vorderachse befestigt wird) etwa 18 cm vom vorderen Ende der Hauptstränge entfernt montieren.7. Erst die beiden diagonalen „Querlenker“ montieren (45 cm lang, an den Enden mit jeweils 30 Grad und 45 Grad geschnitten) und als Abschluss und zur Stabilisierung des Rahmens ein Brett (ca. 59 cm) bündig an Querlenkern, Hauptsträngen und Verbindungsstück des Rahmens anschrauben.8. Fußablage montieren.9. Das ist das Bremspedal (Die Maße finden Sie auf der Konstruktionsskizze auf der ersten Doppelseite bei Bremspedal und Bremshebel).10. Zwischen der Fußablage und dem vorderen Verbindungsstück den Bremshebel befestigen und aufpassen, dass er genug Spiel hat und sich leicht bewegen lässt, Beilagscheiben verwenden.
Achsen, Räder und Bremsstange
Für die Achsen sind spezielle Teile nötig: Stahlrohre mit 20 mm Duchmesser sowie Guss-Auflageböckchen zur Befestigung der Achsen an den Holzteilen. Die möglichst luftgefüllten Reifen gibt es im Baumarkt zu kaufen, als Ersatzteile von Rodeln oder Schubkarren.
Die Achsen
11. Jetzt ist wieder genaues Arbeiten gefragt: Den Rahmen umdrehen und an die beiden (vorne und hinten) je 59 cm langen Querstränge des Rahmens die Achsaufhängungen montieren, jeweils etwa 3 cm vom Rand entfernt.12. Diese Teile heißen „Guss-Auflageböckchen zur Befestigung von 20-mm-Achsen“, vier davon brauchen wir.13. Dann noch auf dem Ende der Achsen in jeweils gleichem Abstand zum Rahmen einen Stellring mit Madenschraube anbringen, damit die Achse nicht in der Aufhängung hin- und herrutscht.14. Den einen Querstrang samt angeschraubter Achse hinten nach innen versetzt anschrauben, und zwar abschließend mit dem Anfang des 15 cm langen Verbindungsstückes (Teil von Bild 5)15. Den Querstrang an den Hauptsträngen, am Verbindungsstück und an den Querlenkern anschrauben.16. Dieses in etwa quadratische Teil wird angebracht, damit später die Bremsstange (siehe Bild 21 ) nicht durch den Rahmen zu Boden fällt.17. Rahmen wieder umdrehen und jetzt den anderen Querstrang, der die Lenkachse hält, anbringen. Oben eine große und unten eine große und eine kleine Beilagscheibe verwenden. Nur so bleibt der Querstrang beim Lenken beweglich. Schraubenkopf mit Sicherungsschraube verwenden, damit sich die Lenkachse keinesfalls lösen kann.18. Rahmen abermals auf den Kopf stellen, um die Auflageböckchen für die Achse anzubringen.19. Ringmuttern an der Außenseite der vorderen Querstränge anbringen, hier werden später (Bild 42) die Drähte für die Lenkung befestigt.
Die Bremsstange
20. Erst ein kleines Brett an der Unterseite anschrauben, an dem die Bremsstange aufliegt.21. Rahmen wieder umdrehen und die Bremsstange (78 cm lang) einführen.22. Darüber ein Kantholz montieren, damit die Bremsstange nicht aus dem Rahmen fällt.23. Die eigentliche Bremse ist ein 80 cm langes Kantholz (mit abgeschrägten Enden sieht es besser aus), an dessen Ende Unterlagsgummi in Reifenbreite zugeschnitten angebracht wird.24. Jetzt die Bremsstange mit der Bremse verschrauben, dabei jedenfalls Beilagscheiben verwenden.25. Jetzt die Bremsstange mit der Bremse verschrauben, dabei jedenfalls Beilagscheiben verwenden.26. So einstellen, dass die Gummiflächen möglichst an beide Räder gleichmäßig drücken.27. Der Abstand zwischen Bremsbelägen und Reifen solle bei nicht gedrückter Bremse rund 1 cm betragen.28. Damit die einmal gedrückte Bremse nach dem Loslassen wieder in die ursprüngliche Stellung zurückgeht, an der Unterseite des Rahmens eine Zugvorrichtung anbringen: Am einfachsten geht dass mit einem Schnellspanner (Gummizug, Spanngurt) in passender Länge, dessen Haken vorne an jenem Brettchen, auf dem die Bremsstange aufliegt (Bild 20) sowie an der beweglichen Bremsachse befestigt werden.29. So sieht das dann von unten aus.
Die Räder
30. Jetzt kann man die Räder endgültig fixieren, zuerst Stellringe mit Madenschraube (siehe auch Bild 13) anbringen.31. Die Räder fixieren, hier werden solche für eine Sackkarre (Rodel) verwendet, aber auch Schubkarren- oder andere Räder mit möglichst luftgefüllten Reifen eigenen sich. Vielleicht steht irgendwo auch ein altes Gokart mit intakten Reifen herum …
Die Lenkung und das Lenkrad
Eine bloße Seillenkung wie auf Bild 32 erfüllt auch ihren Zweck. Bastelprofis statten ihr Seifenkistl aber mit einer richtigen Lenkung mit Lenkrad aus (Bild 33 bis 44).
Die Lenkung
32. So sieht das fahrbereite Seifenkistl aus, wenn man kein Lenkrad montieren will, sondern das Gefährt einfach mit Seilen lenken will. Hier am Bild ist auch schon ein extra angefertigter Holzsitz angebracht.33. Diese Teile braucht man, wenn man eine richtige Lenkung bauen will (siehe Konstruktionsskizze auf der ersten Doppelseite): Ein „Cockpit“ mit einer Ringmutter, durch welche die Lenkdrähte geführt werden, und ein Lenkrad samt Lenksäule.34. Das Cockpit in der richtigen für die Größe des Kindes passenden Position anschrauben.35. Lenksäule gut mit dem Lenkrad verschrauben.36. Lenksäule dreimal durchbohren: Durch das Loch nahe dem Lenkrad werden später die Stahlseile gezogen, das zweite Loch ist für Schraube und Mutter, damit die Lenksäule nicht durch die Halterung (das zuvor mit dem Forstnerbohrer im Cockpit gebohrte breite Loch) rutscht, das dritte hier freie Loch sichert die Lenksäule an der Rückseite des Cockpits mit Schraube und Mutter.37. Lenksäule auch an der Rückseite des Cockpits gut sichern.38. Jetzt ist die Lenkung angebracht, und der noch heiklere Teil, das Anbringen und Justieren der Stahlseile, kann beginnen.39. Wenn man (siehe Bild 32) das Seifenkistl nur mit Seilen lenken will, genügt es, diese an den Ringmuttern der Lenkachse zu befestigen.40. Für die Deluxe-Version des Seifenkistls mit einer richtigen Lenkung werden an den Ringmuttern Stahlseile angebracht. Anstatt per Knoten (beim Seil) fixiert man die Stahlseile am einfachsten mit einer simplen Kabelklemme.41. Die Seile werden durch die beiden Ringmuttern an den Hauptsträngen des Rahmens geführt, …42. … dann durch die Ringmutter am Cockpit gezogen und schließlich …43. … durch das Loch in der Lenkachse gefädelt. Achtung: Seile überkreuzt anbringen, ansonsten zeigen die Räder nicht in jene Richtung, die man durch Bewegung des Lenkrads bewirken will (am besten Ausprobieren, bevor man die Seile endgültig fixiert!).44. Jetzt die Stahlseile zum Fixieren mehrmals straff um die Lenkachse wickeln.
Sitz, Spoiler, Deko
Ein maßgertigter Holzsitz sieht cool aus, ist aber viel Extraarbeit. Der Sitz eines alten Gokarts oder einesDreiradlers tut es auch. Spoiler und „Motorhaube“ (Bild 48 und 49) sind für die Konstruktion zwar nicht nötig, da kann man aber gut Werbeaufschriften oder Startnummern anbringen …
45. Wenn man sich die Mühe gemacht hat, einen Holzsitz zu bauen, diesen (oder einen alten Gokart- oder Dreiradlersitz) am Rahmen montieren.46. Wenn man sich die Mühe gemacht hat, einen Holzsitz zu bauen, diesen (oder einen alten Gokart- oder Dreiradlersitz) am Rahmen montieren.47. Jetzt fehlt noch die „Karosserie“48. Frontspoiler, so wie es sich für eine richtigen Rennwagen gehört, …49. … und eine „Motorhaube“, auch wegen der Aerodynamik.50. So ist auch für eine Startnummer und Werbepickerl Platz – das hello-familiii-Luxus- Seifenkistl ist startklar!
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