44 Prozent aller Mütter geben laut Familienbarometer an, dass sie es ideal fänden, wenn sie etwa die Hälfte der Kinderbetreuung übernähmen. Die Realität sieht anderes aus. Laut der vom Institut Allensbach begleitete Analyse teilen nur 17 Prozent die Kinderbetreuung tatsächlich gleichberechtigt auf. Mehrheitlich muss Mama den Laden schupfen.
„Ein wichtiger Grund dürfte in sehr vielen Fällen sein, dass es die Mütter nicht schaffen, ihre eigenen Bedürfnissen klar zu äußern und diese auch durchzusetzen“, ist Nicole Wehn, Business-Coach und selbst Mutter überzeugt. „Ich selbst bin nach der Geburt meines Sohnes in genau diese Falle getappt. Ich wollte mich gleichberechtig mit ihm um unser Kind kümmern – und habe ich de facto nicht gelassen. Es hat gedauert, bis ich es geschafft habe loszulassen, Hilfe anzunehmen und Grenzen zu setzen“, so Nicole Wehn.
„Grenzen setzen hört sich immer so hart an, doch das bedeutet nicht, dass man sein Kind plötzlich nicht mehr ins Bett bringt, weil jeden zweiten Tag der Papa dran ist. Es heißt aber, dass man den Yoga-Termin auch dann wahrnimmt, wenn das Kind erhöhte Temperatur hat. Denn natürlich kann sich der Vater genauso gut kümmern.“

Doch der allererste Schritt zu gleichberechtigter Care-Arbeit sei innere Klarheit. Mütter sollten sich überlegen, was sie wirklich wollen.
„Denn manche Frauen sagen zwar, dass sie sich die Kinderbetreuung zur Hälfte mit ihrem Partner teilen möchten, doch wollen das vielleicht in Wirklichkeit gar nicht. Mutter sein, ist ja auch etwas Schönes. Vielleicht wollen sich die Frauen ja gerne zu 70 oder 80 Prozent um die Kinder kümmern – aber nicht gleichzeitig die Wohnung sauber halten und bügeln. Hier gilt es dann, immer wieder mit dem Partner in die Verhandlung zu gehen, oder sich externe Hilfe zu suchen.“

Aber eines sei klar – der Weg zu einer gleichberechtigten Partnerschaft müsse von den Frauen ausgehen. Sie müssten zu Hause zu hundert Prozent die Verantwortung für ihre Beziehung zum Partner und den Kindern übernehmen. „Sobald jeder Frau klar ist, dass sie selbst für ihr Leben und ihre Beziehung verantwortlich ist, kann sie sich darüber klarwerden, wie sie leben will und das auch kommunizierren“, so Wehn.
Nicole Wehn hat fünf Schritte formuliert, die zu einer ausgewogenen Verteilung der Care-Arbeit führen können.
- Verantwortung übernehmen
- Klarheit über die eigenen Bedürfnisse gewinnen
- Die eigenen Bedürfnisse kommunizieren
- Grenzen setzen
- Hilfe annehmen
„Wichtig ist, dass Mütter und Frauen sich nicht als Opfer der Umstände, der Gesellschaft oder ihres Partners fühlen, sondern selbst aktiv werden“, so Wehn. „Das ist nicht nur die Basis für eine gleichberechtigte Partnerschaft, sondern auch die Voraussetzung für beruflichen Erfolg. Wer zu Hause die eigenen Bedürfnisse nicht formulieren und durchsetzen kann, kann das auch im Job nicht“, ist Nicole Wehn überzeugt.
Wir bieten Ihnen ein Interview oder Gastartikel zum Thema an: „Wie Mütter zu einer gleichberechtigten Partnerschaft kommen“ an. Nicole Wehn selbst hat schon über 800 Frauen in ihrer Selbständigkeit unterstützt – bei den meisten Frauen sind Familienleben und Partnerschaft ein wichtiges Thema.
Mehr Infos: https://nicolewehn.de/
