Wie viel Taschengeld bekommen 13-Jährige, und was machen sie damit? hello familii fragte bei den Schülern einer Neuen Mittelschule und bei einem Gymnasium nach und wollte auch wissen, in welchem Beruf sie einmal ihr eigenes Geld verdienen wollen.
Je früher man den Umgang mit Geld lernt, desto besser, sagen – wenig überraschend – die Experten. Schon in de Volksschulen wird praxisnah mit Euro und Cent das Addieren und das kleine Einmaleins erlernt, oft erhalten auch schon Sechs- bis Zehnjährige ein paar Euro im Monat, über die sie frei verfügen. familiii wollte aber wissen, wie das bei den Jugendlichen in der Praxis aussieht, und interviewte zwölf Teenager aus zwei Schulen.
Macht es einen Unterschied, aus welchen sozialen Verhältnissen man kommt? Sparen die einen mehr, und geben die anderen mehr für Kleidung, Kosmetik, Handy und Games aus? Oder haben Kinder aus einer Schulform deutlich mehr Geld zur Verfügung? Wissen Schülerinnen und Schüler der Neuen Mittelschule, die meist früher in das Berufsleben einstiegen als jene aus einem Gymnasium, automatisch besser über Geld Bescheid?
Die Antworten der Kids (auch bezüglich Berufswünschen) sind unter dem Beitrag nachzulesen, eine Erkenntnis aus der Befragung lautet: NMS-Kinder haben offenbar mehr Geld zur Verfügung, sie zahlen davon aber oft auch das Essensgeld der Schule. Die Konsumwünsche unterscheiden sich kaum, weder im Vergleich der Schulen noch danach, ob es Mädchen oder Buben oder Kinder mit oder ohne Migrationshintergrund sind.
Gute Noten bringen immer Extra-Geld
Alle Befragten zeigten sich zufrieden mit dem, was der (meistens) „Papa-Mat“ an Euro ausspuckt. Manche erhalten ein recht hohes „Fixum“ , manche fetten sich das vergleichsweise geringe Geldbudget dank Prämien für gute Schularbeits- undZeugnisnoten ordentlich auf. Die einen erhalten mit 13 erstmals oder auch noch gar kein echtes Taschengeld von im Voraus vereinbarter Höhe, andere haben schon mit acht oder neun Jahren etwas fix bekommen. Wichtig scheint den Kindern weniger die absolute Höhe und auch nicht der Vergleich in der Klasse zu sein, als vielmehr, dass es unter Geschwistern klare Regeln über die Höhe je nach Alter gibt. Zwar geben fast alle an, einiges vom Taschengeld beiseite zu legen, aber meist ohne bestimmtes Sparziel. Recht konkret für 13-Jährige sind hingegen die Berufs- und Ausbildungsziele, auch bei jenen, wo diese Entscheidung noch viel Zeit hat: Kost und Logis im Hotel Mama gibt es eben nur befristet, ebenso wie das Geld von der Papa-Bank – das ist den zwölf Teenagern aus Währing offenbar schon jetzt klar.
Taschengeld-Formeln für Kids von 6 bis 13
Die exakt passende Höhe für ein bestimmtes Alter oder für Mädchen oder Buben gibt es nicht, auch nicht den Zeitpunkt, ab wann es Taschengeld geben soll. Experten wie etwa die Ärztin und Psychotherapeutin Martina Mühlberger-Leibovici empfehlen, im Volksschulalter zu beginnen, sobald das Kind eben rechnen lernt. Aber jedenfalls sollte man spätestens mit Eintritt der Pubertät mit dem Taschengeld starten.
Als Richtlinie empfiehlt Philip List, Chef des Erste Financial Life Park (FLIP), zwei Formeln: Für Sechs- bis Zwölfjährige sind es 30 bis 50 Cent pro Woche, multipliziert mit dem Lebensalter. Für die ab 13-Jährigen empfehlen sich 2 bis 3,60 Euro pro Monat, ebenso multipliziert mit dem Alter des Jugendlichen. Wer deutlich mehr oder weniger als das Ergebnis dieser Formeln erhält, muss sich aber nicht grämen: Die finanzielle Situation der Familie, die Anzahl der Geschwister oder eben bloß der Erziehungsstil der Eltern sind Faktoren, aus denen eine andere Taschengeld-Höhe resultieren kann.
Frei verfügbar sollte das Taschengeld jedenfalls sein: Ausgaben für Kleidung, Essen oder Schulsachen soll das Kind nicht von seinem Taschengeld bestreiten müssen. Pünktlichkeit und Regelmäßigkeit der Auszahlung durch die Eltern lehren die Kinder – unabhängig von der Taschengeld-Höhe –, eigene Ausgaben auch gut einzuteilen und zu planen. Extra-Geld für gute Schulnoten oder etwa Mithilfe im Haushalt ist in Ordnung. Das fixe Taschengeld zur Strafe zu kürzen, halten viele Experten aber für einen falschen Ansatz.
Teodora Petronijević, 3. Klasse Gymnasium, 13, kein Fixum Fixes Taschengeld bekommt Teodora nicht, „aber das passt so, wenn ich etwas wirklich brauche, bekomme ich das“, sagt sie. Für das gute Zeugnis gab es zuletzt das heiß ersehnte iPhone, dafür dann zu Weihnachten und Geburtstag nur kleinere Geschenke, oft etwas Geld von der Oma. Shoppen geht sie ja meist mit den Eltern und den vier Geschwistern. Ihre beruflichen Ziele: Anwältin oder Lehrerin für Mathematik, Physik und Biologie.Lorenz Schaberl, 3. Klasse Gymnasium, 13, 24 Euro Wenn die Schularbeits- Noten passen (1 bis 3), bekommt Lorenz 6 Euro pro Woche, ansonsten 4. Erstmals bekam er in der 3. Klasse Volksschule Taschengeld. Die Ausgaben für Schule und Kleidung berappen zur Gänze die Eltern. Für das Semesterzeugnis ohne 4er gab es Extra-Geld, das meiste kann Lorenz also sparen, und das macht er schon seit Weihnachten. Was er beruflich einmal machen will? „Keine Ahnung, zuerst mal hier am Gymnasium maturieren.“Angela Grujcić, 3. Klasse Gymnasium, 12, 10 Euro Kleidung geht sie immer mit den Eltern einkaufen, vor wenigen Wochen hat sie wegen des guten Zeugnisses ein neues Handy bekommen: Die fixen 2 bis 2,50 Euro pro Woche gehen in Essen, Getränke, Eis oder in die Spar-Box. Berufliche Pläne? „Keine Ahnung. Ich muss mich in Deutsch verbessern, in Mathe und Englisch passt es. Matura will ich jedenfalls machen, aber vielleicht in einem Gymnasium mit weniger Naturwissenschaften.“Jovian Nusime, 3. Klasse Gymnasium, 13, 16 Euro 4 Euro bekommt Jovian in der Woche, dazu oft Extras von Verwandten und Freunden der Familie. Kleine Ausgaben, etwa für Jausen, bestreitet er damit, das meiste bleibt aber übrig, und ein Teil davon geht dann via Onlineshopping in Lego oder Spiele. Den Naturwissenschaften gilt sein Interesse, aber er will sich noch nicht spezialisieren und daher am Gymnasium maturieren.Thomas Hansen, 3. Klasse Gymnasium, 12, 16 Euro Je nachdem, ob er sich für den Nachmittagsunterricht mit einer Jause versorgen muss, bekommt Thomas 2 bis 4 Euro pro Woche. Extrageld gibt es immer für gute Zeugnisse (und er hatte bisher im Gymnasium bis auf einmal nur Einser) und zum Geburtstag. „Das meiste spare ich, früher kaufte ich Lego, aber jetzt spare ich auf nichts Konkretes“, sagt er. Thomas will jedenfalls am Gymnasium maturieren – was er dann macht? „Da hab ich noch keine Idee.“Nikola Jankov, 3. Klasse, 12, 75 Euro 2,50 Euro hat er pro Tag fix zur Verfügung. Bei 1ern oder 2ern in der Schule gibt es extra Bares, ebenso zu Weihnachten, Ostern und zum Geburtstag, von Verwandten. Er spart viel, kauft sich manchmal ein T-Shirt oder zuletzt neue Bügel für die Brille. Sogar Fahrrad und Laptop hat er selbst gekauft. Er will später beim TGM eine IT-Technik-Ausbildung machen.Ilayda Baytemir, 3. Klasse NMS, 13, kein Fixum „Ich brauche nicht viel“, sagt Ilayda, sie bekommt keine fixe Summe an Taschengeld, aber immer alles, was eben nötig ist. Die Geldgeschenke, die sie etwa zum Geburtstag erhält, spart sie meistens, und „für Kleidung gebe ich auch nicht viel aus.“ Ihr Mutter wollte ihr ein neues Handy kaufen, aber sie brauche gar kein neues, sagt sie. Was sie nach der 4. Klasse machen will? „Vielleicht Arzthelferin werden, aber das ist noch völlig offen.“Ivona Mikic, 3. Klasse NMS, 13, 50 Euro Alle Ausgaben für die Schule übernehmen die Eltern, mit den 50 Euro im Monat Taschengeld kann Ivona machen, was ihr Spaß macht: Kino gehen (am liebsten Komödien) oder Klamotten kaufen, die dann schon einmal 50 Euro kosten dürfen. Viel landet aber in der Sparbox, etwa um sich bald einen Laptop zu kaufen. Nach Abschluss der NMS will sie eine drei- oder fünfjährige Ausbildung als Kindergärtnerin machen.Andelka Petrović 3. Klasse NMS, 14, 40 Euro „Ich bin eher der Spartyp“, sagt Antelka. Das Geld, das sie zum Geburtstag im November bekam, hat sie noch gar nicht verbraucht, Mit den 5 bis 10 Euro pro Woche kommt sie aus. Der Vater hat ihr zum 18. Geburtstag eine große Feier versprochen, „aber das Geld, was das kostet, würde ich lieber selbst verwenden.“ Zeichnen ist ihr Hobby, sie spart auf ein professionelles Zeichenset. Comic-Zeichnerin oder Grafikerin ist ihr Traumberuf.Tarik Mujanović, 3. Klasse NMS, 13, 100 Euro Mit den 5 Euro pro Schultag kann Tarik machen was er will, kauft sich damit aber auch Getränke und Essen für die Schule. Er bestellt oft online Klamotten, zum Geburtstag bekommt er Extra-Geld, damit kauft er etwa Playstation-Spiele. Als Berufswunsch schwebt ihm Zahntechniker vor, „da muss ich mich aber noch in Biologie verbessern …“Ghayath Alrefaei, 3. Klasse NMS, 13, 100 Euro Ghyas ist das älteste von drei Kindern, er bekommt 25 Euro pro Woche, davon bestreitet er Essensgeld kann aber auch etwas weglegen. Das Handy bezahlen die Eltern, mit seinen Ersparnissen kauft er sich manchmal Schuhe oder eine neue Jacke: „Ich habe einen eigenen PC und sonst auch alles, was ich brauche, und bin sehr froh darüber.“ Er will eine IT-Techniker- Lehre beginnen.
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