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Home » Warum die Wahl der Worte seitens der Eltern wichtig ist
Erwachsen werden

Warum die Wahl der Worte seitens der Eltern wichtig ist

Sabine StandenatVon Sabine StandenatJuli 14, 2018Aktualisiert:Feber 27, 20264 Minuten Lesezeit
© Stefan Gergely
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Die Wirkung der Sprache auf Kinder

Wussten Sie, dass „Nein“, „du sollst“ und „du musst“ die häufigsten Worte im Umgang mit Kindern sind? Wenn Sie bedenken, dass Sie die wichtigsten Bezugspersonen für Ihre Tochter oder Ihren Sohn sind, macht dieser Gedanke traurig. Es ist von großer Bedeutung, wie Eltern mit ihren Kindern kommunizieren.

Dabei spielt es nicht nur ein Rolle, was Sie sagen, sondern auch, wie Sie das tun. Tonfall, Mimik, Gestik und Körpersprache können Freundlichkeit oder Bedrohung ausdrücken. So sind der erhobene Zeigefinger, eine brüllende Stimme und ein über das Kind gebeugter Oberkörper keine vertrauensbildenden Maßnahmen. Die Art der Kommunikation beeinflusst nicht nur Ihre Beziehung zueinander, sondern auch das Selbstbewusstsein des Kindes.

Viele Eltern haben in ihrer Kindheit selbst Abwertung sowie einen Mangel an Aufmerksamkeit und Unterstützung erfahren. Machen Sie sich klar, welche Gefühle das damals in Ihnen ausgelöst hat und welche Folgen es für Sie in Bezug auf Ihr Selbstwertgefühl hatte. Und dann versprechen Sie sich, Ihrem Kind gegenüber anders zu handeln.

Wieso ist es so prägend, wie mit Kindern gesprochen wird?

Dazu ist es wichtig, zu wissen, wie unser Geist im Großen funktioniert. Stellen Sie sich einen Eisberg vor, bei dem nur die Spitze über die Wasseroberfläche schaut. Der wesentlich größere Teil liegt unter Wasser. So verhält sich das Bewusstsein zu unserem Unterbewusstsein. Bewusst ist uns all das, an was wir uns erinnern, was gerade geschieht oder worüber wir nachdenken. Im riesigen Bereich des Unbewussten ist hingegen alles gespeichert, was wir je erlebt haben. Bewusst haben wir es unter Umständen vergessen, aber diese Eindrücke sind immer noch da – jeder Schmerz, jede Kränkung, jede Vernachlässigung und jede Abwertung. Und jetzt geschieht etwas sehr Wichtiges: Mit einem langen Arm aus der Vergangenheit lenken diese negativen Prägungen aus dem Unbewussten auch heute noch unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen. Das bedeutet, wir treffen unsere Entscheidungen mehr aus den früher erlittenen Verletzungen heraus als aus unserem gegenwärtigen Bewusstsein. Denn wir agieren ja nicht aufgrund eines „Selbstliebe“-Programms, sondern des alten Musters „Ich bin nicht gut genug“. Das ist auch der eigentliche Grund, warum so viele Menschen dauerhaft unter ihren wahren Möglichkeiten leben.

Darum ist es von allergrößter Bedeutung, welche Inhalte sich im Unterbewusstsein Ihres Kindes finden. Sie haben es durch Ihr Verhalten ihm gegenüber in der Hand, ob es sich dabei um Stärke, Vertrauen und Zuversicht oder um Unsicherheit, Angst und Hemmungen handelt.

Welches Kommunikationsverhalten gibt Ihrem Kind Kraft und welches schwächt es?

BITTE „SO“:

  • Beachten Sie die „Großen 5“: Liebe, Respekt, Einfühlungsvermögen, Geduld und Humor
  • Akzeptieren Sie die Gefühle Ihres Kindes: Wenn Ihr Sohn nach Hause kommt und zornig über einen Streit mit seinem Klassenkollegen berichtet, sollte Ihre Reaktion zum Beispiel so lauten: „Das ist ja wirklich schlimm“, und nicht „Darüber regst du dich auf?“
  • Ich-Botschaften vermitteln: „Ich fühle mich unwohl, wenn du deine schmutzige Wäsche im Wohnzimmer liegen lässt“, und nicht „Du bist ja so ein Schwein.“
  • Versetzen Sie sich in die Lage des Kindes. Wie möchten Sie von anderen, im Speziellen von „Stärkeren, wie zum Beispiel dem Chef“ behandelt werden? Eben.
  • Lassen Sie Gegenargumente Ihres Kindes zu. Vielleicht hat es ja auch recht.

„SO BESSER NICHT“:

  • Leugnen Sie nicht die Gefühle Ihres Kindes, indem Sie ihm absprechen, traurig, wütend oder ängstlich zu sein
  • Werten Sie Ihr Kind aus keinem Grund ab. Sätze wie „Du bist so dumm“, „Ich wollte eigentlich ein Mädchen“, „Du siehst richtig hässlich aus“ sind grausam und sollten niemals fallen.
  • Drohen Sie nicht: „Wenn du nicht sofort das tust, was ich sage, kommst du ins Internat.“
  • Beschimpfen Sie Ihr Kind nicht: „Schau nur, wie du isst. Das ist ja ekelhaft.“
  • Klagen Sie nicht an: „Du kannst nie etwas richtig machen.“
  • Kein kalter Befehlston: „Ich will, dass du sofort den Mist hinunterbringst.“
  • Keine emotionale Erpressung: „Du bringst mich noch ins Grab.“
  • Keine Vergleiche „Warum bist du nicht so tüchtig wie dein Bruder?“
  • Keine Angst machen: „Wenn du deine Mütze abnimmst, wirst du dir den Tod holen.“
  • Keine schlimmen „Prognosen“: „Auf die Art wird nie etwas aus dir werden.“
  • Keinen Widerspruch dulden: „Keine Widerrede!“
sätze, die kinder brauchen
© familiii

Das hören Kinderohren (und nicht nur diese!) auf jeden Fall gerne:
„Ich habe dich lieb.“
„Gut gemacht.“
„Ich bin stolz auf dich.“
„Du bist etwas Besonderes.“
„Schön, dass es dich gibt.“
„Ich glaub an dich.“




Damit können Sie nur alles richtig machen.

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Sabine Standenat

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