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Home » Klima-Manifest für Wien
Nachhaltigkeit

Klima-Manifest für Wien

adminVon adminJänner 29, 20204 Minuten Lesezeit
© PID/Jobst
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Bürgermeister Ludwig, Umweltstadträtin Sima und SPÖ-Klubchef Taucher präsentierten im Klima-Manifest 50 Klimaschutzprojekte für die Hauptstadt.

ie Bürgermeister-Partei SPÖ hat Ende Jänner in der Spittelau ein „Klima-Manifest“ für die Stadt präsentiert. Vorgestellt haben den Katalog Bürgermeister Michael Ludwig, Umweltstadträtin Ulli Sima und SPÖ-Klubchef im Stadtparlament Josef Taucher.

„Wien ist schon seit Jahren ein mustergültiges Beispiel für Klimaschutz. Mit diesem Programm zeigen wir, dass Wien sich mit dem Klimaschutz schon länger beschäftigt und zahlreiche Maßnahmen bereits umgesetzt hat – und weitere in Umsetzung sind“, betonte Bürgermeister Ludwig. „Wir sind nicht nur stolz auf die Vergangenheit, sondern wollen auch Perspektiven für die Zukunft entwickeln und den Klimaschutz-Turbo zünden.“

Ein Gesamt-Paket solle Wien zur „Klima-Musterstadt“ und CO2-neutralen Metropole machen, kündigte Umweltstadträtin Ulli Sima an. Darin enthalten seien 50 Maßnahmen in sieben Themenfeldern. Die einzelnen Schritte reichten vom Kampf gegen Hitzeinseln mit mehr Grünflächen und „Cooling-Maßnahmen“ über die Reduktion von CO2 durch Elektromobilität bis hin zu Abfallvermeidung und effizienterer Energiegewinnung, sagte Sima. Sie ist als Umweltstadträtin für Öffis, Abfallentsorung und Stadtwerke für diese Themenbereiche zuständig.

Das Erzeugen vom Strom, das Heizen, Verkehr, aber auch der Zyklus von Lebensmitteln (inklusive deren Entsorgung) sind große CO2-Erzeuger, sagte Sima. Das „Herzstück“ des Wiener Wegs zur CO2-neutralen Stadt sei daher die „intelligente Vernetzung“ der Bereiche Strom, Wärme, Verkehr und Abfallentsorgung. Die stadteigene Wien Energie soll zum „Erneuerbaren-Champion“ ausgebaut werden. 1,2 Milliarden Euro sollen in den Ausbau erneuerbarer Energien fließen, unter anderem durch den Bau neuer Photovoltaik-Kraftwerke, Solaranlagen auf Dächern öffentlicher Gebäude oder den Ausbau der Windenergie und Steigerungen bei der Wasserkraft. Daneben verfolgt Wien „smarte“ Projekte, wie die Nutzung der der Abwärme der Hauptkläranlage für die umweltfreundliche Heizung von 106.000 Haushalten.

Unter dem Motto „Zero Waste“ soll im Interesse des Klimaschutzes Abfall vermieden werden und möglichst wenig Essen verschwendet werden. Aus „Salatblatt und Apfelputzen“ und anderen Küchenabfällen entstehe bereits jetzt in der Biogasanlage in Simmering Gas für die Heizung, betonte Sima. Mittelfristig soll die Leistung des Bio-Kraftwerks verdoppelt werden und 900 Haushalte versorgen können – und dabei noch mehr Abfälle nutzen. Außerdem will die Umweltstadträtin die Stromtankstellen in Wien auf 2.000 Stationen verdoppeln.

Beim öffentlichen Verkehr sehen die Pläne der Wiener SPÖ einen Ausbau des bestehenden „guten, engen Öffi-Netzes“ vor. Klubchef Josef Taucher berichtete, dass „Wien nicht per Zufall die geringsten CO2-Emissionen pro Kopf im österreichweiten Vergleich hat. Die Weichen dafür wurden bereits vor vielen Jahren gestellt. Allerdings braucht es auch hier weitere Anstrengungen und endlich Rückenwind vom Bund für den bundesländerübergreifenden Öffi-Ausbau.“

Um die Zahl der Auto-Einpendlerinnnen und -Einpendler bis 2030 zu halbieren, plane Wien den Ausbau des Bim-Netzes über die Stadtgrenze hinaus nach Niederösterreich – konkret nach Schwechat oder Großenzersdorf, erklärten Sima und Ludwig. Von Wien Energie produzierter Wasserstoff soll künftig Wasserstoff-Busse der Wiener Linien antreiben. Ein Testbetrieb ist schon für dieses Jahr angepeilt.

Durch den Ausbau des Ladestations-Netzes in der Stadt soll auch der Anteil der Elektromobilität in der Stadt steigen. Künftig sollen neben den Öffis auch die Wiener Taxis zum Großteil elektrisch unterwegs sein.

Für die hiesige Wirtschaft erwartete sich Ludwig Impulse durch die vorgestellten Maßnahmen zum Klimaschutz. Umweltschutz und die Maßnahmen dafür seien gut mit dem Wirtschaftsstandort Wien zu verknüpfen – allein der U-Bahn-Ausbau würde bis zu 30.000 Jobs schaffen und sichern.

„Wien setzt seit mehr als 20 Jahren erfolgreich verpflichtende Klimaschutzprojekte um“, erinnerte Stadtchef Ludwig an „KLIP“, das Klimaschutzprogramm der Stadt Wien, sowie an die Maßnahmen seines Vorgängers Michael Häupl. Dieser hatte – als Umweltstadtrat, noch bevor er Bürgermeister wurde – Wien zur „Umweltmusterstadt“ ausgerufen. Trotz aller Bemühungen sei Wien beim Klimaschutz aber auf die Unterstützung des Bundes angewiesen, so Ludwig: „Ich bin zuversichtlich, dass das Wien-Bashing, das unter Türkis-Blau an der Tagesordnung stand, nun Geschichte ist. Wir erwarten uns vom Bund Unterstützung bei zentralen Klimaschutzmaßnahmen, damit wir unser Ziel einer CO2-freien Stadt rasch umsetzen können.“

Stadträtin Sima begrüßte die von der neuen Umweltministerin vorgelegten Pläne zum Klimaschutz: „Österreich ist europaweit Schlusslicht in Sachen Klimaschutz, und es kann nur besser werden.“

Vom Bund erwarte Wien vor allem die Finanzierung der beiden Ausbaustufen beim U-Bahnbau und die Finanzierung bundesländerübergreifender Straßenbahnen, um den über 250.000 täglichen Pendlerinnen und Pendlern aus dem Umland ein konkretes Angebot zu machen, wie Bürgermeister Ludwig betonte: „Mir ist die Zusammenarbeit mit den benachbarten Bundesländern enorm wichtig und wir können das Problem der Pendlerströme nur gemeinsam lösen.“

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