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Home » … und es hat „Zoom“ gemacht! – Experten-Interview
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… und es hat „Zoom“ gemacht! – Experten-Interview

Daniela JaschVon Daniela JaschOktober 29, 20193 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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„Kommt es zu einer Trennung, sollte der Konflikt für alle transparent dargestellt werden – ohne Lügen!“ – Beziehungsberaterin Sandra Teml-Jetter im Gespräch.

Beziehungsberaterin Sandra Teml-Jetter erklärt, warum Fremdverlieben nicht einfach so passiert. Warum man wegen der Kinder eher zu kämpfen bereit sein sollte und wann in der Partnerschaft definitiv die Luft draußen ist.

Inwiefern kann es beim Fremdverlieben gut sein, einmal abzuwarten, bis der Rausch vergeht?
Sandra Teml-Jetter: Natürlich kann man das Gefühl vorbeiziehen lassen. Allerdings bin ich der Meinung, dass so etwas nicht einfach passiert. Egal, ob Flirt oder Seitensprung: Das sind immer konkrete Entscheidungen, und keine Hoppalas. Wer ehrlich zu sich selbst ist, weiß ganz genau, wo die Grenze ist. Entweder entscheide ich mich für oder gegen die Monogamie.

Wann ist also der Moment, ab dem ich es dem Partner sagen sollte?
Ich kann wärmstens empfehlen, nicht in einen Verdrängungsmodus zu gehen. Am besten ist es, wenn man es zeitnah selbst zum Thema macht – und zwar weniger die Tatsache, dass ich mich in wen anderen verliebt habe, sondern eher, dass es etwas Trennendes für die bestehende Partnerschaft gibt. Wenn ich mich nämlich zu jemand anderem hingezogen fühle, bewege ich mich gleichzeitig ja auch von jemandem weg. Die Entscheidung für das andere ist also immer auch eine Entscheidung gegen das „alte“. Sich dem Konflikt aktiv zu stellen, bedeutet im Übrigen auch, die mitunter entsetzten Reaktionen aus dem Umfeld auszuhalten – oftmals die schwierigste Aufgabe. Da heißt es dann umso mehr, zu sich selbst zu stehen.

Inwiefern ist es in einer Beziehung mit Kindern eher angebracht, für diese zu kämpfen und sie aufrecht zu erhalten?
Eher deshalb, weil man ja in allem, was man tut, erzieht. Also lebe ich den Kindern ja auch die Art und Weise vor, wie ich Konflikte lebe bzw. damit umgehe. Was aber nicht heißen soll, dass ich die bestehende Partnerschaft nur wegen der Kinder auf Biegen und Brechen aufrecht erhalten soll. Sobald konkret über eine Trennung nachgedacht wird, sollte der Konflikt für alle transparent dargestellt werden. Dabei ist es nicht nötig, den Kindern alles bis ins kleinste Detail zu schildern. Wichtig ist, dass es keine Lügen gibt und man da ist für offene Fragen. Hat man selber (noch) keine Antworten, kann man auch ehrlich sagen: Wir wissen es noch nicht.

Wer ehrlich zu sich selbst ist, weiß, wo die Grenze ist.

Sandra Teml-Jetter, Beziehungscoach und Familienberatung, www.wertschaetzungszone. at

Wie sehr ist Fremdverlieben ein Zeichen dafür, dass in der bestehenden Partnerschaft etwas fehlt?
Die so genannte Abwesenheitstheorie besagt, dass man etwas sucht, das in der Partnerschaft fehlt. Oft sind es allerdings „Defizite“ aus der eigenen Biografie, die die Beziehung ohnedies nicht zu füllen oder auszugleichen vermag. Die Anwesenheitshypothese geht davon aus, dass Partner einander schlecht behandeln. Was freilich auch kein Freibrief für eine Affäre ist.

Was macht denn laut Ihrer Erfahrung in der Paartherapie Beziehungen außerdem anfällig für Affären & Co.?
Umgekehrte Rollenaufteilungen können genauso Ursache sein wie die Frage, wie jemand mit Stress umgeht. Mangelnder Sex, Konkurrenzdenken oder auch zu viel oder zu wenig Verantwortung.

Woran erkennen Partner, dass ihre Beziehung noch eine Chance hat?
Daran, dass beide trotz des trennenden Moments bereit dafür sind, am gemeinsamen Weg anzuknüpfen. Und zwar wirklich beide – mit der Entscheidung, über sich hinauszuwachsen und das Weitergehen somit als Entwicklungsschritt für jeden einzelnen zu betrachten. Sich einfach damit abfinden, dass es in der Beziehung zwar mehr Trennendes als Verbindendes gibt und mit einer Art resignierter Zufriedenheit den anderen ertragen – das halte ich für sehr schädlich.

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Daniela Jasch

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