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Home » Migräne? Ohne mich!
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Migräne? Ohne mich!

adminVon adminJuni 27, 20204 Minuten Lesezeit
© Shutterstock
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Menschen mit Migräne leiden enorm unter ihren Kopfschmerz-Attacken, sind in ihrem Alltag stark eingeschränkt und stoßen im Umfeld zudem oft auf Unverständnis. Dennoch wissen Betroffene selbst oft wenig über ihre Erkrankung und mögliche Therapieoptionen. Die Folge: Viele sind medikamentös unterversorgt und die Migräne-Attacken rauben ihnen regelmäßig Lebensqualität und wertvolle Stunden. Die neue Initiative „Migräne? Ohne mich!“ bietet Betroffenen wichtige Information, will Vorurteile aus dem Weg räumen

Migräne ist mehr als nur Kopfschmerz. Die Schmerzen machen den Alltag zur Qual. Häufig besteht Übelkeit manchmal bis hin zu wiederholtem Erbrechen. Licht, Lärm oder Gerüche werden als unerträglich empfunden. In solchen Situationen bleibt oft nur noch eines: der totale Rückzug. „Migräne-Attacken treten unvorhersehbar auf, halten stunden- oder tagelang an und schränken Alltagsaktivitäten ein oder machen sie gänzlich unmöglich“, bestätigt Univ.-Prof. Dr. Christian Wöber, Leiter des Spezialbereiches Kopfschmerz der Universitätsklinik für Neurologie an der Medizinischen Universität Wien.

Rund eine Million Menschen sind es in Österreich, die von diesen extremen Kopfschmerzen gepeinigt werden. Zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr kommt Migräne besonders häufig vor. Frauen zwei- bis dreimal häufiger betroffen als Männer. Ein Viertel der Patienten erleidet mehr als vier Attacken pro Monat3 und bei chronischer Migräne gibt es mehr Tage mit als ohne Kopfschmerzen.4 Die Migräne hält die Leidgeplagten mehr oder weniger regelmäßig von alltäglichen Dingen des Lebens ab: keine Arbeit, keine Freizeitaktivitäten, keine Unternehmungen mit der Familie, kein Treffen mit Freunden. So versäumen die Migränebetroffene krankheitsbedingt im Schnitt fast einen Monat pro Jahr.

Trotz des hohen Leidensdrucks gehen viele Betroffene lange nicht zum Arzt, sondern versorgen sich selbst mit diversen Schmerzmitteln. Dadurch haben sie meist auch zu wenige Informationen über mögliche Behandlungsalternativen. „Auch von ärztlicher Seite wird Umfang und Ausmaß der Erkrankung immer wieder unterschätzt und damit oft nicht adäquat behandelt“, weiß Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dr. Gregor Brössner, Leiter der Arbeitsgruppe für Kopf- und Gesichtsschmerzen an der Universitätsklinik für Neurologie, Medizinische Universität Innsbruck und Past-Präsident der Österreichischen Kopfschmerzgesellschaft. „Mehrere internationale, aber auch österreichische Untersuchungen zeigen, dass viele Migräne-Patienten medikamentös unterversorgt sind.“ Dazu kommt, dass fast ein Drittel aller Patienten während einer Attacke unter Übelkeit und Erbrechen leidet. Das kann unter anderem die Effektivität von oralen Therapien einschränken. Ziel einer wirksamen Akuttherapie ist es, dass die Migränebeschwerden innerhalb von zwei Stunden abklingen und innerhalb von 24 Stunden nicht wieder auftreten. Das Medikament soll verlässlich wirken und gut verträglich sein.

Die neue Kampagne des pharmazeutischen Unternehmens und Schmerzspezialisten Grünenthal will nun Patienten dabei helfen, Migräne besser zu verstehen und sie ermuntern, mit dem Arzt zu sprechen, wenn die derzeitige Therapie nicht die gewünschte Wirkung bringt. Die zentrale Botschaft der Kampagne lautet: Lass nicht zu, dass die Migräne dir deinen Tag raubt. Sprich mit dem Arzt! „Unser Ziel ist es, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern“, erklärt Dr. Michaela Mayrhofer-Iro, MBA, Medical Director von Grünenthal. „Mit der neuen Initiative wollen wir Migräne-Patienten dabei unterstützen, dass die Erkrankung weniger Auswirkungen auf ihr Leben hat. Sie sollen sich wichtige Bereiche ihres Alltags zurückerobern können, die sie aufgrund häufiger, schmerzhafter Migräne-Episoden versäumen: Zeit mit Familie und Freunden, Hobbies oder Anwesenheit am Arbeitsplatz.“

Die Kampagne läuft über eine Vielzahl an Kanälen, unter anderem auf Facebook und Instagram. Kern des Angebotes ist das Patienten-Informationsportal www.migräne-ohne-mich.at. Hier findet man Information über Ursachen sowie Auslöser einer Migräne-Attacke und die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten. Es gibt Tipps, wie man erkennen kann, ob man bereits die richtige Therapie gefunden hat und was man tun kann, falls das noch nicht der Fall ist. Ein Migränekalender zum Download kann dabei helfen, die Schmerzen, die Begleitsymptome und die Medikation zu dokumentieren. Der Erkrankungsablauf kann dadurch besser verstanden und die richtige Behandlung gemeinsam mit dem Arzt leichter gefunden werden.

Migräne-Patienten brauchen eine individuell angepasste Behandlung. Denn bei einer Attacke zählt jede Minute bis zur spürbaren Linderung der Beschwerden. Daher appellieren die beiden Kopfschmerz-Experten, frühzeitig ärztliche Hilfe beim Facharzt für Neurologie in Anspruch zu nehmen.

Christian WöberUniv.-Prof. Dr. Christian Wöber, Leiter des Spezialbereiches Kopfschmerz der Universitätsklinik für Neurologie an der Medizinischen Universität Wien
© Foto Wilke – „Migräne-Attacken treten unvorhersehbar auf, halten stunden- oder tagelang an und schränken Alltagsaktivitäten ein oder machen sie gänzlich unmöglich“, bestätigt Univ.-Prof. Dr. Christian Wöber, Leiter des Spezialbereiches Kopfschmerz der Universitätsklinik für Neurologie an der Medizinischen Universität Wien.
© Martin Lachmair – . „Auch von ärztlicher Seite wird Umfang und Ausmaß der Erkrankung immer wieder unterschätzt und damit oft nicht adäquat behandelt“, weiß Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dr. Gregor Brössner, Leiter der Arbeitsgruppe für Kopf- und Gesichtsschmerzen an der Universitätsklinik für Neurologie, Medizinische Universität Innsbruck und Past-Präsident der Österreichischen Kopfschmerzgesellschaft.
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