Eltern, die im Homeoffice arbeiten, sind extrem gefordert. Mit ein paar Anregungen kann man aber seinen Arbeitsalltag von zu Hause aus und gleichzeitig den eigenen Nachwuchs recht gut in den Griff bekommen.
Trennen Sie den Lebens- vom Arbeitsbereich! Nicht immer ist ein eigenes Arbeitszimmer möglich, aber schon eine eigene Büroecke, die für den Nachwuchs tabu ist, hilft sehr. Gestalten Sie Ihre Arbeitsnische sowohl praktisch als auch gemütlich!
Reden Sie mit allen anderen Beteiligten! Besprechen Sie mit Ihren Kindern , warum Sie zu Hause arbeiten und welche Besonderheiten sich dadurch ergeben. Erklären Sie, dass es Zeiten gibt, zu denen Sie nicht gestört werden möchten. Kinder tun sich leichter, solche Zeiten zu respektieren, wenn sie diese mit Hilfe von vereinbarten Zeichen erkennen können. Eine verschlossene Arbeitszimmertür oder aufgesetzte Kopfhörer dienen Ihrem Kind zur Orientierung. Auch ein Wecker, der Arbeits- und Pausenzeit signalisiert, tut gute Dienste. Vereinbaren Sie mit Ihren Kindern aber auch „Notfälle“, zu denen sie Sie auf jeden Fall stören können. Widmen Sie sich Ihren Kindern ganz verlässlich zu den mit ihnen vereinbarten Zeiten nach der Arbeit oder in der Pause. Besprechen Sie die Aufgabenverteilung auch mit Ihrem/er Partner/in detailliert. Tauschen Sie sich gut mit Kolleginnen/Kollegen und Vorgesetzten aus. Sehr kleine Kinder können es noch nicht verstehen, dass Mama oder Papa nicht verfügbar sind, obwohl sie doch da sind. Die Zeit des Mittagsschlafs oder die Morgenstunden sind daher ideal für konzentriertes Arbeiten. Eine gute Organisation und ein genauer Plan erleichtern Ihnen den Überblick. Oft empfiehlt es sich, abends, wenn der Nachwuchs schon schläft, kurz noch einmal online zu gehen, um wichtige Planungen für den nächsten Tag zu machen. Bieten Sie Ihren Kindern verschiedene, neue Beschäftigungsmöglichkeiten . Malen mit besonderen Stiften auf bunten und verschieden großen Blättern, Basteln mit Naturmaterialien, Musizieren mit selbsterfundenen Instrumenten oder fast vergessene Spielsachen vom Dachboden, bieten den Kindern Abwechslung in ihrem Alltag und macht ihn wieder spannend. Auch Bewegung muss nicht zu kurz kommen, wenn die Familie arbeitsbedingt an die Wohnung gebunden ist. Ein Hindernisparcours aus Pölstern macht immer Spaß! Oder lassen Sie sich von der Kreativität Ihrer Kinder einfach überraschen, wenn sie Ihnen nach der Arbeit zeigen dürfen, welchen passenden Zeitvertreib sie erfunden haben. Versuchen Sie, die arbeitsfreie Zeit ganz bewusst zu nutzen. Gemeinsame Erlebnisse in der Natur belohnen alle Großen und Kleinen für ihre aufgebrachte Disziplin und Rücksicht während der Bürozeit! Achten Sie aber auch gut auf Ihre eigenen Bedürfnisse! Irgendwann muss die Tagesarbeitszeit auch ein Ende haben und die Freizeit beginnen.
Mag. Judith Damköhler-Spitzer
Klinische- und Gesundheitspsychologin, Qualitätsbeaufragte im Bereich Tageseltern und Bildung, Hilfswerk NÖ
