Das Aus für das generelle Rauchverbot in der Gastronomie hat weitreichende Folgen – vor allem für Kinder, weil der Tabakqualm sie besonders belastet.
Passivrauchen hat für Kinder dramatische Folgen – auch schon in der Schwangerschaft. Experten der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (OPG) sind sich einig und warnen: „Die Beeinträchtigungen durch Rauchexposition reichen vom Fötus über das Kindes- und Jugend- bis hin zum Erwachsenenalter“, so Kinderlungenfachärztin Angela Zacharasiewicz vom Wilhelminenspital.
Passivrauchen in der Schwangerschaft wirkt wie ein Giftcocktail
Dass spätestens in der Schwangerschaft mit den Zigaretten Schluss sein sollte, ist bekannt. Doch die Gefahr durch den Passivrauch wird unterschätzt.
Kinder leiden völlig unschuldig und sind deutlich anfälliger als Erwachsene für gesundheitliche Schäden, die durch das Passivrauchen auftreten können. Bereits das Ungeborene ist – auch wenn die Schwangere nicht aktiv raucht – vom Zigarettenqualm betroffen, denn das Nikotin gelangt über das Blut der Mutter direkt zum Embryo. Die Gefahr wird unterschätzt, obwohl Zigarettenrauch der größte vermeidbare Risikofaktor für schwangerschaftsassoziierte Sterblichkeit ist, so die Experten. Der Rauch wirkt wie ein Giftcocktail, der sich im Mutterkuchen sammelt und nimmt direkten Einfluss auf die Lungenentwicklung des Fötus und auf die Funktion des Mutterkuchens. Das hat Schädigungen am Immunsystem zufolge und führt zu einer höheren Rate an Infektionen.
Jeder Nikotinkonsum der Mutter, egal ob aktiv oder passiv, hat Folgen – auch dann, wenn eine Schwangerschaft ungestört verläuft.
Kann Passivrauchen eine Frühgeburt auslösen?
Ja, denn Passivrauchen erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt. Mütter riskieren damit das Leben ihres Kindes. Den Zusammenhang zeigen Länder, in denen strengere Rauchverbote in der Öffentlichkeit eingeführt wurden und dort die Frühgeburtenrate um 10% gesunken ist.
Passivrauchen und Asthma – gibt es da einen Zusammenhang?
Eindeutig, wie Studien festgestellt haben. Alleine für Asthma bronchiale gibt es über 70 Langzeitbeobachtungsstudien, die die schädliche Wirkung bestätigen. Die Asthmarate könnte durch ein Rauchverbot in der Gastronomie nachweislich gesenkt werden – da sind sich die Experten einig.
Mögliche Folgen von Passivrauchen für Kinder
Kinder, die schon während der Schwangerschaft oder auch erst nach der Geburt in ihrer Kindheit Tabakrauch ausgesetzt sind, haben schlechtere Karten. Die Folgen des Passivrauchens wirken sich auf den Organismus, der sich noch in der Entwicklung befindet, gravierend aus. Je mehr ein Kind dem Passivrauch ausgesetzt ist, desto höher ist der Schaden. Mögliche Folgen können sein:
- Vermehrtes Auftreten von Asthma
- Atemwegserkrankungen und damit ein häufigeres Fehlen in der Schule
- Größeres Diabetesrisiko
- Höhere Säuglingssterblichkeit
- Risiko einer Allergie ist verdreifacht
- Häufige wiederkehrende akute Mittelohrentzündungen
- Gehäuftes Auftreten von neurologischen, psychiatrischen Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten
- Neigung zu Bluthochdruck
