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Home » Familie ist eine besondere Medizin
Familienzeit

Familie ist eine besondere Medizin

Marlene MayerVon Marlene MayerSeptember 17, 2018Aktualisiert:März 6, 20263 Minuten Lesezeit
© Julia Stix
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Ist ein Kind ernsthaft krank, bedeutet das für Familien eine emotionale, wirtschaftliche und logistische Ausnahmesituation. Familie Gronkiewicz hat genau das erlebt. Wichtige Unterstützung fand sie in dieser schweren Zeit in einem Haus der Kinderhilfe.

Es war Montagmorgen und ein ganz gewöhnlicher Satz, der das Leben von Familie Gronkiewicz schlagartig veränderte: „Ich habe Kopfweh.“ Kurze Zeit später fiel der kleine Emanuel ins Wachkoma, und für die gesamte Familie brachen Monate des Wartens und Bangens an. Eine Zeit, die sie lehrte, zu kämpfen, zusammenzuhalten und vor allem die Hoffnung zu bewahren.

Emanuellitt an Enzephalitis – einer Krankheit, die in den allermeisten Fällen mit einer einfachen Antibiotika-Gabe zu behandeln ist, in seinem Fall aber als seltene Autoimmunerkrankung auftrat. „Man konnte gar nichts machen. Nur warten“, erzählt seine Mutter Dorota heute. Mehr als zwei Monate verbrachte Emanuel auf der Intensivstation im AKH Salzburg, weitere acht Monate in der Reha – auch in dieser Zeit befand er sich noch im Koma. Dabei hatte er jedoch stets seine Familie um sich, Mutter Dorota blieb immer an seiner Seite – unter der Woche war sie allein, während Vater Dariusz Job und Haushalt mit den anderen vier Kinder schmiss. Doch jedes Wochenende kamen sie alle zusammen, Dariusz packte Emanuels Zwillingsbruder und die anderen Geschwister ins Auto und fuhr zu Frau und Kind in die Landeshauptstadt.

Hilfe in Krisenzeiten

Möglich war das nur, weil sie an den allermeisten Wochenenden dieses Jahres im Salzburger Ronald-McDonald-Kinderhilfe- Haus wohnen konnten. Ohne diese Unterstützung hätten sie sich den Zusammenhalt schlicht nicht leisten können.
„Es gab ein paar Male, da war einfach kein Platz. Wir haben Emanuel trotzdem besucht und haben dann eben im Auto geschlafen, aber auf Dauer hätte das nicht funktioniert.“ Dabei waren genau diese Besuche essenziell für die gesamte Familie. Sie haben Dorota geholfen, durchzuhalten, fast ein Jahr die Stellung zu halten und Emanuel beizustehen. Ebenso wichtig waren sie aber für Dariusz und die Brüdern, die nur so Anteil nehmen, dabei sein und auch Kraft geben konnten.

Seit immerhin 30 Jahren besteht das Kinderhilfe-Konzept, 900 Familien finden in den Häusern in Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck im Schnitt jährlich ein Zuhause auf Zeit, immerhin 14.500 waren es bisher gesamt. Genau diese Hilfe soll auch in Zukunft weiter ausgebaut werden, einen wichtigen Schritt in diese Richtung bedeutet das neue Haus in der Wiener Borschkegasse. Der Neubau auf dem AKH-Gelände wurde mit Bedacht geplant, das geballte Wissen aus 30 Jahren Kinderhilfe-Alltag floss bereits in die Blaupausen mit ein.

Rückzug und Austausch

„Nach einem langen Tag im Krankenhaus brauchen unsere Gäste an manchen Tagen einfach ihre Ruhe, da wollen sie nur privat sein“, erzählt Hausleiter Maximilian Steiner. „An anderen Tagen ist es gerade der Austausch mit anderen Betroffenen, der Kraft gibt.“ Auf acht Stockwerken wurden also 16 Apartments für die betroffenen Familien errichtet, darüber hinaus aber auch Gemeinschaftsräume, etwa ein Spielraum mit integrierter Kletterwand, eine Küche mit 16 Kühlschränken, sogar ein kleiner Garten steht zur Verfügung – falls man einfach mal Luft braucht. „Man kann gar nicht erklären, was für eine enorme Hilfe es in so einer Zeit ist, hier wohnen zu können. Wir waren sehr dankbar“, erzählt Dorota. Ganz besonders aber natürlich, als Emanuel nach fast einem Jahr und entgegen allen Prognosen aufwachte – und es für sie alle wieder in ihr richtiges Zuhause ging.

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Marlene Mayer

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