Ärzte, Betroffene und prominente Persönlichkeiten haben sich zu der Initiative #trustyourgyn zusammengetan um aufzuzeigen wie wichtig der jährliche Besuch beim Frauenarzt ist.
Am 4. Februar ist Weltkrebstag. Aus diesem Anlass hat die Initiative #trustyourgyn eine Kampagne mit Sujets von Prominenten gestartet. Es ist eine Kampagne gegen Gebärmutterhalskrebs und für Frauengesundheit. Frauen jeden Alters sollen aufgerüttelt werden: Denn noch immer gehen viel zu wenige zu einer jährlichen Kontrolle zum Gynäkologen.
Die halbjährliche Kontrolle bei meinem Gynäkologen empfinde ich als genauso wichtig, wie die bei meinem Zahnarzt. Und darüber mit meinem Partner oder im Freundeskreis zu reden, halte ich für selbstverständlich. Und je selbstverständlicher wir mit Themen wie Krebs, Vorsorge, Früherkennung, HPV-Impfung, Gebärmutter usw. umgehen, desto normaler bzw. bewusster werden sie von uns allen wahrgenommen.
Andrea Buday
Was ist HPV?
Das Humane Papilloma-Virus – kurz HPV – ist zu 99% die Ursache für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Das Virus wird hauptsächlich über Geschlechtsverkehr übertragen. Mit dem HPV-Test, der wie der Pap-Abstrich beim Frauenarzt durchgeführt werden kann, lässt sich feststellen, ob eine Frau mit dem Virus infiziert ist. Ein positiver Test heißt aber nicht, dass auch eine Gebärmutterhalskrebsvorstufe vorliegt. Aber es kann frühzeitig das Risiko für die Entwicklung eines Karzinoms bzw. dessen Vorstufen am Gebärmutterhals abgeschätzt werden.
Das Virus ist weit verbreitet: Urologe Univ. Prof. Dr. Shahrokh F. Shariat erklärt, dass „über 80% aller sexuell aktiven Menschen sich im Laufe ihres Lebens mindestens einmal mit HPV anstecken.“ Es betrifft also nicht nur Frauen, sondern auch Männer. Und: Eine Ansteckung mit dem Virus heißt nicht gleich, dass es zu Gebärmutterhalskrebs kommt. Aber „in ca. 10% aller Fälle heilt diese Infektion nicht von selbst aus und es können Anogenitalwarzen bis hin zu Krebszellen entstehen“, weiß der Urologe Shariat.
Als Mann sollte man ja ein besonderes Interesse daran haben, dass es seiner Partnerin gut geht. Daher kann man das Thema Vorsorge auch gemeinsam angehen und regelmäßig zum Arzt gehen.
Joesi Prokopetz
Die HPV-Impfung – warum für alle?
Da das Virus Frauen wie auch Männer betrifft, ist die HPV-Impfung sowohl für Mädchen als auch Buben im Alter zwischen 9 und 12 Jahren Teil des empfohlenen Impfprogramms und somit gratis. Darüber hinaus wird die Impfung – entsprechend dem Österreichischen Impfplan – generell allen Frauen und Männern bis 45 Jahren angeraten. Das Ziel der Impfung wäre neben dem persönlichen Schutz vor Infektionen und der möglicherweise daraus resultierenden Erkrankungen, „dass die Viren nicht mehr in der Bevölkerung zirkulieren“, so der Gynäkologe Univ. Prof. Elmar Joura vom AKH.
Wir Männer sind für viel mehr verantwortlich, als wir oft glauben. Gerade beim Thema HPV. Daher sind auch meine beiden Kinder bereits gegen HPV geimpft, denn auch in meiner Familie gab es schon Fälle von Krebs.
Volker Piesczek
#trustyourgyn – Jährlich untersuchen lassen!
Aber der regelmäßige Besuch beim Frauenarzt ist nicht nur wegen einer möglichen HPV-Infektion wichtig. MR Dr. Georg Braune ist Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und sagt: „Der sogenannte „Krebsabstrich“ (Anm.: Pap-Abstrich) ist nur ein kleiner Teil der jährlichen Vorsorgeuntersuchung! Diese beginnt mit der Brustuntersuchung und umfasst im Weiteren auch die genaue Kontrolle auf Veränderungen im Bereich des äußeren Genitales, der Scheide, der Gebärmutter, der Eierstöcke und des gesamten inneren Genitales. Auch andere Veränderungen wie Senkungszustände, Harninkontinenz werden kontrolliert, beurteilt und gegebenenfalls therapiert.“
Braune weist außerdem darauf hin, dass zwölf Monate der maximale Zeitraum zwischen den Vorsorgeuntersuchungen sein sollte. Nur dann ist es in den meisten Fällen möglich, krankhafte Veränderungen in einem frühen Stadium zu diagnostizieren. „Eine Heilung ist in den meisten Fällen dann noch möglich“, so der Gynäkologe.
Ich bin erblich vorbelastet. Bis jetzt hatten schon drei Familienmitglieder, u.a. auch meine Mutter, Unterleibsprobleme. Ich hatte bis jetzt Glück. Trotzdem gehe ich auf Nummer sicher und daher auch regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung.
Cathy Zimmermann
Die Kampagne
Die Sujets der Initiative #trustyourgyn zeigen einige prominente Unterstützerinnen und Unterstützer. Mit dabei sind u.a. Silvia Schneider, Riem Higazi, Andrea Buday, Cesar Sampson, Herbert Steinböck, Reinhard Novak, Tanja Duhovich und Volker Piesczek.
Meine Gynäkologin zählt mittlerweile zu meinen besten Freundinnen. Mit ihr kann ich über alles reden, egal ob Vorsorge oder Dinge aus meinem Sexualleben. Sie steht mir immer mit Rat und Tat zur Seite. Das zeigt doch, dass die Angst vor der Vorsorgeuntersuchung völlig unbegründet ist.
Adriana Zartl




